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Medikamente gegen Opioidentzug möglicherweise auch für Neugeborene

Montag, 11. Oktober 2010

Philadelphia – Neugeborene, die im Uterus bereits Opioiden ausgesetzt sind, können mit Buprenorphin behandelt werden. Dazu haben Pharmakologen der Jefferson University unter der Leitung von Walter Kraft jetzt eine Studie im Journal Addiction (doi: 10.1111/j.1360-0443.2010.03170.x) publiziert.

Jährlich werden tausende Kinder schon vor ihrer Geburt mit Opioiden konfrontiert, wenn ihre Mütter von diesen Wirkstoffen abhängig sind. Mehr als die Hälfte dieser Kinder wird dann mit Entzugssymptomen geboren und braucht eine Opioidersatz-Therapie.

In ihrer Phase-I-Studie zeigten die Wissenschaftler, dass opioidabhängige Neugeborenen, denen die Forscher sublingual Buprenorphin gaben, wesentlich schneller therapiert werden konnte als eine randomisierte Vergleichsgruppe. Der Unterschied in der Dauer der notwendigen Therapie betrug 23 zu 38 Behandlungstagen und damit knapp 40 Prozent.

„Die Ersatz-Therapie ist besonders für die frühkindliche Bindung zwischen Mutter und Neugeborenem nicht förderlich und sollte grundsätzlich so kurz wie möglich erfolgen“, betonen die Autoren.

Zudem sei dabei nicht nur die unterschiedliche Therapiedauer von entscheidender Bedeutung, sondern auch die Reduzierung der Behandlungskosten, so Kraft. Laut den Wissenschaftlern könnten mit Buprenorphin hunderte Millionen Kosten im Gesundheitswesen gespart werden, wenn weitere Studien ihre Ergebnisse bestätigten.

Neben Methadon wird Buprenorphin bei Erwachsenen immer häufiger zur Behandlung einer Abhängigkeit von Opioiden verwendet. Die Forscher aus Philadelphia sind jedoch die ersten, die das Medikament an Neugeborenen testen.

Außerdem sei ihre Studie auch die erste ihrer Art, die von einer erfolgreichen sublingualen Applikation eines Wirkstoffes bei Neugeborenen berichte, so Kraft. © hil/aerzteblatt.de

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