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Prostatakrebs: Oraler Testosteron-Blocker verlängert Leben

Montag, 11. Oktober 2010

London – Ein neuartiges Medikament, das im Körper die Bildung von Testosteron blockiert, hat in einer Phase-III-Studie die Überlebenszeit von Patienten mit hormon-refraktärem Prostatakarzinom verlängert. Der Hersteller will das Medikament ausgewählten Patienten noch vor der Zulassung verfügbar machen.

Abirateron hemmt das Enzym CYP17A1, das im Körper die Testosteronvorläufer DHEA und Androstenedion bildet. Testosteron ist ein Wachstumshormon, dessen Produktion früher durch eine Kastration und heute zumeist durch eine Hormontherapie unterdrückt wird. Dies gelingt nicht auf Dauer, weshalb die Metastasen bei Patienten mit hormon-refraktärem Prostatakarzinom nach einiger Zeit wieder zunehmen.

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In dieser Indikation war Abirateron in Kombination mit Prednison an 797 Patienten aus 13 Ländern erprobt worden. Die Patienten galten als austherapiert. Zum Schluss war es unter einer docetaxelbasierten Chemotherapie zum erneuten Tumorwachstum gekommen.

Unter der dann begonnenen Kombination aus Abirateron plus Prednison lebten die Patienten im Durchschnitt noch 14,8 Monate gegenüber 10,9 Monate in der Vergleichsgruppe von 398 Patienten, die mit Prednison plus Placebo behandelt worden waren, wie Johann de Bono vom Institute of Cancer Research in London und Mitarbeiter jetzt auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Mailand berichten.

Die Nebenwirkungen des oral verfügbaren Wirkstoffs wurden als akzeptabel beschrieben. Die Auswirkungen auf den Mineralokortikoid-Stoffwechsel sollen medikamentös beherrschbar sein.

Aufgrund dieser Ergebnisse war die Studie vor einem Monat abgebrochen worden. Seither werden auch die Patienten im Placebo-Arm mit Abirateron behandelt. Der Hersteller hatte angekündigt, dass darüber hinaus alle Patienten, die die Einschlusskriterien der Studie erfüllen (siehe Link zu clinical trials) an einem „early access“-Programm teilnehmen können. © rme/aerzteblatt.de

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