Mannheim – Immer mehr Senioren leiden unter Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Darauf hat die Deutsche Fortbildungsgesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte im Vorfeld einer Veranstaltung Ende Oktober hingewiesen. Demnach stürzt ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre mindestens einmal im Jahr.
„90 Prozent der Stürze sind lokomotorisch bedingt, das heißt, sie ereignen sich in der Bewegung“, erklärte der Hals-Nasen-Ohren-Facharzt Leif-Erik Walther. Nicht selten seien sie Folge einer Störung des Gleichgewichtssinnes. Altersbedingte Strukturveränderungen des Gleichgewichtsorganes führten dazu, dass sich kleine Kristalle im Gleichgewichtsorgan lösen.
„Diese sogenannten Otokonien können einen sehr heftigen Drehschwindel auslösen“, so Walther. Dieser gutartige Lagerungsschwindel sei eine typische altersbedingte Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Bei den betroffenen Patienten müsse schnell die richtige Diagnose gestellt und zügig eine effektive Therapie eingeleitet werden, da die Sturzgefahr bei Schwindelerkrankungen extrem erhöht sei.
„Nach einem einmaligen Sturz fallen etwa 70 Prozent der Patienten erneut, wenn keine prophylaktischen oder therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden“, sagte Walther.
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