Brisbane – Die Milliarden, die Arzneimittelhersteller jährlich für Werbung und Marketing ausgeben, verfehlen ihre Wirkung offenbar nicht. Eine Meta-Analyse in PLoS Medicine (2010; 7: e1000352) kommt zu dem Ergebnis, dass Ärzte sich sehr wohl in ihrem Verordnungsverhalten beeinflussen lassen, nicht immer im Sinne einer besseren Therapie: Werbeexponierte Mediziner verordnen häufiger, schlechter und auch kostspieliger, lautet das Fazit der Autoren.
Werbung soll den Verkauf fördern und den Marktanteil der Produkte steigern. Das ist auch bei Arzneimitteln nicht anders. Schätzungsweise ein Viertel ihrer Einnahmen investieren US-Pharmafirmen in die Werbung und Marketing.
In Europa mag der Anteil geringer sein (12,2 Prozent in einer Studie aus Frankreich), doch die Zielrichtung ist die gleiche. Die Verordner, also die Ärzte, sollen veranlasst werden, das Arzneimittel des Werbenden dem des Konkurrenten vorziehen.
Dass Werbebotschaften nicht immer mit evidenzbasierten Argumenten besetzt sind, weiß jeder Mediziner. Doch in Umfragen sehen sich die meisten Ärzte als akademisch gebildete Menschen gefeit gegen derartige Manipulationen.
Die zu dieser Frage durchgeführten Studien, die Geoffrey Spurling von der Universität in Brisbane und Mitarbeiter in einer „narrativen Synthese“ zusammengefasst haben, ergeben allerdings ein anderes Bild. Die Forscher werteten 58 Studien aus. Zehn Studien hatten die Exposition mit Werbebotschaften mit der Qualität der späteren Arzneimittelverordnung verglichen. Dies wurde beispielsweise über die Antworten der Ärzte auf klinische Fallbeispiele ermittelt.
Bis auf eine Studie kamen alle zu dem Ergebnis, dass die Qualität der Arzneiverordnung durch die Werbebotschaften eher verschlechtert wird. In 51 Studien war die Exposition zumeist mit einem Anstieg in der Verschreibungshäufigkeit assoziiert.
In 17 von 29 Studien steigerte der Besuch eines Pharmaberaters die Verordnungen. Ein gegenteiliger Effekt wurde in keiner Studie entdeckt. Schließlich kommen sieben von acht Studien zu dem Ergebnis, dass die Exposition mit Werbebotschaften die Kosten der Arzneiverordnung in die Höhe treiben kann.
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Zudem: da ein Praxisprogramm nach dessen Funktionalität sowie der Kompatibilität ausgesucht wird, steht das Thema Werbung bei der Entscheidungsfindung wohl nicht an erster Stelle, so dass in den meisten Praxen Programme mit Werbung laufen werden. Was ich ansprechen wollte ist ein Verbot derartiger Werbung!
Ärzte sind auch nur Menschen und damit für Werbung genau so anfällig wie andere. Die Konsequenz sollte sein: Werbung zumindest in den Praxis- und Krankenhausprogrammen, mit denen Medikamente verschrieben werden, sollte schlicht verboten werden. Heute schnellt bei jedem Rezept, das der Arzt ausstellen will, sogleich eine entsptrechende Werbung einer Pharmafirma auf den Bildschirm, die Softwarehersteller lassen sich hier mit Milliarden sponsern, und wenn es nur darum geht, ein gesponsortes Genericum in Erinnerung zu rufen. Also: eine werbefreie Praxissoftware! Ich glaube, die meisten Ärzte wären froh, wenn sie unabhängig von derartiger permanenter Werbung das passende Medikament aussuchen könnten!
wir hatten eine so penetrante,..... (das kann ich aus gründen der political corr. nicht schreiben) pharmavertreterin, das hatte schon für die firma unerwünschte nebeneffekte...
unsee ärztinnen mochten dafür einen netten, charmanten vetreter der gegenfirma....;-))))))
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