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Skorpion-Gift könnte Bypässe offen halten

Montag, 25. Oktober 2010

Leeds – Das Gift eines Wüstenskorpions ist das mit Abstand wirksamste Mittel gegen die neointimale Hyperplasie, die der Hauptgrund für den Verschluss von aortokoronaren Venen-Bypässen ist. Dies berichten britische Forscher in Cardiovascular Research (2010; doi: 10.1093/cvr/cvq305).

Margatoxin ist ein Gift, mit dem Centruroides margaritatus, der Rindenskorpion der US-amerikanischen Wüsten, seine Opfer tötet. Das sind in der Regel Kleinstlebewesen, und bei einer Letalen Dosis (LD50) von 59,9 mg/kg reicht ein Stich nicht aus, um ein Menschenleben zu gefährden. Es sei denn es kommt zu einer anaphylaktischen Reaktion.

Das Peptid Margatoxin greift aber sehr gezielt an. Es hemmt den spannungsabhängigen Kaliumkanalkanal Kv1.3, woraufhin die Nervenleitung unterbrochen ist. Kv1.3 findet sich jedoch auch auf den glatten Muskelzellen der Blutgefäße, deren Proliferation nach Bypass-Operationen ein wichtiger Grund für das vorzeitige Gefäßversagen ist.

Kv1.3 ist am pathogenetischen Geschehen beteiligt und es war deshalb kein Zufall, dass die Gruppe um David Beech von der Universität Leeds auf der Suche nach einem potenten Inhibitor von Kv1.3 irgendwann einmal auf Margatoxin gestoßen ist.

Das Skorpiongift „stach“ alle anderen Konkurrenten aus. Die Inhibition der neointimalen Hyperplasie war wenigstens hundert Mal stärker als bei allen anderen untersuchten Substanzen, berichten die Forscher. Das Gift sei so wirksam, dass am Ende nur wenige Moleküle benötigt würden, um die Kv1.3-Kanäle zu blockieren.

Für eine systemische Therapie ist das Gift vermutlich nicht verträglich. Deshalb schwebt den Forschern vor, die Venen vor der Transplantation mit dem Skorpiongift zu besprühen. Die Experimente befinden sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium und der Weg bis zur ersten klinischen Anwendung dürfte noch weit sein. © rme/aerzteblatt.de

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