Kopenhagen – Die Vermeidung von fünf Risikofaktoren könnte ein Viertel aller Darmkrebserkrankungen verhindern. Dies ergab eine prospektive Kohortenstudie in Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 341: c5504).
Da das Kolorektalkarzinom vor allem in den westlichen Industrieländern auftritt, muss es mit dem dortigen Lebensstil in Verbindung stehen. Ein einzelner Auslöser wurde bisher nicht gefunden, doch neben der Ernährung gelten auch Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht und Alkohol als modifizierbare Risikofaktoren.
Ihr Einfluss lässt sich schlecht abschätzen, und der Anteil von 71 Prozent, der laut einer früheren Studie auf den Lebensstil zurückzuführen sein soll, erscheint Helene Kierkegaard von der Dänischen Krebsgesellschaft übertrieben.
Die Epidemiologin legt jetzt eine eigene Schätzung vor. Sie beruht auf der Auswertung der „Diet, Cancer and Health Cohort Study“, die in den 90er Jahren mehr als 55.000 Dänen im Alter von 50 bis 64 Jahren zu ihren Lebensgewohnheiten interviewt hatte. In den folgenden zehn Jahren erkrankten 678 Teilnehmer an Darmkrebs, und Kierkegaard setzt diese Diagnose jetzt mit den früheren Angaben zum Lebensstil in Beziehung.
Ihr 5-Punkte-Index berücksichtigt die von der Weltgesundheitsorganisation und dem World Cancer Research Fund postulierten Forderungen an einen gesunden Lebensstil: Neben dem Verzicht auf das Rauchen sind dies mindestens 30 Minuten Bewegung am Tag (oder eine manuelle Tätigkeit, zum Beispiel als Postbote), drittens die Beschränkung des Alkoholkonsums auf 7 oder weniger alkoholischen Getränke pro Woche für Frauen und 14 oder weniger pro Woche für Männer.
Punkt vier ist ein Bauchumfang von weniger als 88 cm bei Frauen und von weniger als 102 cm bei Männern. Punkt 5 ist eine gesunde Diät: Jeder Erwachsene sollte 600 Gramm oder mehr Obst und Gemüse am Tag verzehren, dafür den Konsum von rotem oder verarbeitetem Fleisch auf weniger als 500 Gramm begrenzen. Die Nahrung sollte 3 oder mehr Gramm Ballaststoffe pro Megajoule Energiezufuhr enthalten und weniger als 30 Prozent der Energie sollte über Fette aufgenommen werden.
Diese Diätkriterien erfüllten nur 2 Prozent aller befragten Dänen. Und gerade einmal 510 Studienteilnehmer erhielten alle 5 Punkte im Lifestyle-Index. Von diesen lobenswerten Personen erkrankten nur 3 oder 0,6 Prozent an einem Darmkrebs. Bei den weniger gesund lebenden Dänen stieg die Rate auf bis zu 1,5 Prozent an.
Nach Berücksichtigung möglicher Störfaktoren errechnet Kierkegaard einen Rückgang des Krebsrisikos um 11 Prozent pro zusätzlichen Punkt auf der 5-Punkte-Lebensstil-Skala. Auf die Bevölkerung bezogen könnte allein die Meidung eines einzigen zusätzlichen Risikofaktors 13 Prozent aller Darmkrebserkrankungen verhindern.
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Eine gesunde Lebensweise kann also Krankheiten verhindern?! Wer hätte das gedacht. Bitte gebt uns mehr von diesen Studien, das sind ja sensationelle Erkenntnisse.
"Da das Kolorektalkarzinom vor allem in den westlichen Industrieländern auftritt, muss es mit dem dortigen Lebensstil in Verbindung stehen." Warum muss das so sein?
In den 90-er Jahren wird eine Studie gemacht. Jetzt setzt sich Frau Kierkegaard hin und sucht sich passende Korrelationen aus.
Mit dieser Art der Beweisführung wurde vor einigen Jahren nachgewiesen, daß Männer die Tomaten essen kein Prostata-Ca bekommen. Mit der Verminderung der Anzahl der Störche ging auch die Anzahl der Babys zurück.
Leserkommentare
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