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Oxfam warnt vor schwindenden Hilfszahlungen für Pakistan

Freitag, 29. Oktober 2010

Islamabad – Drei Monate nach Beginn der Hochwasserkatastrophe in Pakistan hat die Hilfsorganisation Oxfam vor einem Ausbleiben der Hilfszahlungen gewarnt. Die auf den Spendenaufruf der Vereinten Nationen folgenden Zahlungen drohten zu „versiegen“, erklärte die Organisation heute. Das gefährde die Hilfsarbeiten und den Wiederaufbau der Region.

„Die Krise ist noch lange nicht vorbei“, erklärte Neva Khan, der Oxfam-Direktor für Pakistan. Die UNO hatte Mitte September zu Spenden in Rekordhöhe von zwei Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) aufgerufen, bislang sind davon UN-Verantwortlichen zufolge nur rund 35 Prozent eingegangen.  

Große Gebiete der Provinz Sindh im Süden des Landes stünden nach wie vor unter Wasser, erklärte Oxfam. Krankheiten würden sich weiter ausbreiten. Vor dem nahenden Winter hätten immer noch sieben Millionen Menschen keine angemessene Unterkunft. Das Ausbleiben der Hilfszahlungen gefährde zudem die Nahrungsmittelrationen für dreieinhalb Millionen Menschen, erklärte Oxfam.

UN-Angaben zufolge sind rund zehn Millionen Menschen in Pakistan auf sofortige Nahrungsmittelhilfe angewiesen.  

Auch die Vereinten Nationen riefen zu weiteren Zahlungen auf. „Wir brauchen mehr Geld“, sagte eine UN-Sprecherin. In Sindh herrsche nach wie vor der Notstand, die Menschen seien „umgeben von Wasser“. Sorgen bereiteten insbesondere die Nahrungsmittelknappheit, die Ausbreitung von Krankheiten und der Mangel an Unterkünften. Das Hochwasser könne noch weitere drei Monate anhalten, sagte die Sprecherin.

Heftige und langanhaltende Regenfälle hatten von Ende Juli an zu schweren Überschwemmungen in Pakistan geführt. Betroffen waren rund 21 Millionen Menschen auf einem Gebiet von der Größe Englands.

Die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank schätzen den Schaden auf 9,7 Milliarden Dollar (rund sieben Milliarden Euro), fast doppelt so hoch wie den Schaden, den das schwere Erdbeben in Pakistan 2005 mit 73.000 Toten verursacht hatte. © afp/aerzteblatt.de

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