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Depressionen: Hohes Rückfallrisiko bei Teenagern

Dienstag, 2. November 2010

Durham – Die meisten Teenager erholen sich, viele mit und manche auch ohne Therapie, von einer Episode der Major-Depression. Laut einer Publikation in den Archives of General Psychiatry (2010; doi: 10.1001/archgen­psychiatry.2010.150) kommt es aber später bei jedem zweiten Patienten innerhalb von 5 Jahren zu einem Rückfall, wobei das Risiko für weibliche Teenager deutlich höher ist.

Depressionen sind in Pubertät und Adoleszenz keine Seltenheit: Etwa 5,9 Prozent der weiblichen und 4,6 Prozent der männlichen Teenager erleben eine Episode einer Major-Depression, die sich vielfach nachteilig auf die schulische Entwicklung auswirkt.

Die Behandlungschancen gelten als sehr gut. In der Treatment for Adolescents with Depression Study (TADS) waren die Teenager über 12 Wochen mit Fluoxetin oder einer kognitiven Verhaltenstherapie oder einer Kombination beider Therapien behandelt worden. Am Ende hatte sich zwei Drittel von der Depression erholt gegenüber einem Drittel im Placebo-Arm.

Diese Patienten wurden dann ebenfalls behandelt. Acht Wochen nach dem Ende der Therapie hatten 96,4 Prozent der Patienten die Major-Depression überwunden. Dies zeigen die ersten Ergebnisse der SOFTAD-Studie (Survey of Outcomes Following Treatment for Adolescent Depression). Die SOFTAD-Studie begleitete die Teilnehmer bis zu 5 Jahre lang.

Dabei stellte sich heraus: Die Remissionen sind nicht immer von Dauer. Fast jeder zweite Teenager erlitt einen Rückfall, wie John Curry von der Duke University School of Medicine in Durham/North Carolina und Mitarbeiter jetzt mitteilen.

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Bei weiblichen Teenagern lag die Rückfallquote sogar bei 58 Prozent gegenüber nur 33 Prozent bei den Jungen. Warum Mädchen anfälliger gegenüber Rezidiven sind, ist unklar, zumal nach heutigen Erkenntnissen Rezidive im Erwachsenenalter bei Frauen nicht häufiger auftreten als bei Männern.

Neben dem weiblichen Geschlecht waren auch begleitende Angststörungen ein Vorbote für einen Rückfall: Das Rezidivrisiko stieg von 42 auf 62 Prozent an. Gefährdet sind auch Teenager, die erst verzögert auf die initiale Therapie angesprochen hatten.

Es spielte aber keine Rolle, ob sie eine medikamentöse Behandlung oder eine kognitive Verhaltenstherapie oder beides erhalten hatten. Dies dürfte viele Psychotherapeuten enttäuschen, die der kognitive Verhaltenstherapie bisher eine Langzeitwirkung zugeschrieben hatten. © rme/aerzteblatt.de

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