Kardinal Sterzinsky: Organisierte Suizidhilfe verbieten
Donnerstag, 4. November 2010
Berlin – Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky hat ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe gefordert. In einem am Donnerstag vorab verbreiteten Beitrag für den RBB-Hörfunk kritisierte er scharf, dass die Stadt Lübeck den Verein SterbeHilfe Deutschland des früheren Hamburger Justizsenators Roger Kusch 2009 als gemeinnützig anerkannt habe.
Die damit verbundene Botschaft sei ein Skandal, betonte Sterzinsky. Wenn Hilfe zum Sterben als „gemeinnützig” eingestuft werde, müsse demnach das Auslöschen eines leidenden Menschen im gemeinschaftlichen Interesse anderer liegen. "Welch menschenverachtender Gedanke", so der Berliner Erzbischof wörtlich.
Der Staat müsse aber das Leben auch seiner lebensmüden Bürger schützen, erklärte Sterzinsky. Er müsse ihnen Angebote machen, die ihren Lebenswillen stärkten sowie Ängste und Schmerzen linderten.
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Sehr geehrte Damen und Herren, wenn ein Kardinal frei phantasiert, dann sollten Sie den Bericht nicht unkommentiert drucken. Ich bin neugierig, wie Kardinal Sterzinsky die nur in seiner Phantasie existierende Gemeinnützigkeit aberkennen lassen will, die von SterbeHilfeDeutschland nie beantragt wurde. Mit dem Verbot der in einem eingetragenen Verein für Mitglieder organisierten Suizid-Beihilfe scheint es ja so bald nichts zu werden, nachdem die entsprechenden Anträge im Bundesrat mit einem Begräbnis erster Klasse in die Ausschüsse verwiesen worden sind. Die Mitglieder von SterbeHilfeDeutschland wünschen mit sehr guten Gründen eine Hilfe. Die Kritiker haben von dem sehr seriösen und kritischen Vorgehen keine Ahnung. Aus Unwissen heraus lässt es sich ausgezeichnet polemisieren. J.F.Spittler
Hier wird doch so getan als ob es das nicht schon gäbe: Es gibt schon den Tatbestand: Tötung auf Verlangen. Insofern frage ich mich, wer diesen Käse immer wieder aufwärmen muss. Wir brauchen auch keine ärztliche Assistenz beim Suicid. In jedem Gefängnis gibt es genug Mörder, die behilflich sein können. Viel ärztliche Kunst gehört auch nicht dazu. Jedem Juristen kann man dies auch beibringen. Sollen die es doch machen und dann können sie sich auch gleich verteidigen.
Ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe ist überfällig
Kardinal Sterzinsky kann man in seiner Forderung nach einem Verbot der organisierten Sterbehilfe nur unterstützen. Leider ist dieses Thema nach spektakulären Aktionen von selbsternannen "Sterbehelfern" wie Herrn Kusch wohl von der Politik publikumswirksam aufgegriffen worden, dann aber immer wieder verebbt, so dass es zu keinem Verbot gekommen ist. Gemeinnützig kann nur sein, wer den Menschen ein würdiges Sterben ermöglicht, nicht wer ihnen den schnellen und womöglich sogar profitablen Tod bringen möchte.
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