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BfARM warnt vor Tamoxifen-Wechselwirkung mit CYP2D6-Inhibitoren

Donnerstag, 4. November 2010

Bonn – Medikamente, die in der Leber das Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6) hemmen, gefährden die Wirkung von Tamoxifen, das in der Hormonbehandlung eines Mammakarzinoms eingesetzt wird. Die gleichzeitige Anwendung mit den CYP2D6-Inhibitoren sollte deshalb möglichst vermieden werden, teilt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) mit.

Tamoxifen ist ein Prodrug, das in der Leber durch das Enzym CYP2D6 in seine aktiven Metaboliten umgewandelt wird. Zu den Wirkstoffen, die ausgerechnet dieses Enzym inhibieren, gehören die Antidepressiva Paroxetin, Fluoxetin und Bupropion, das Malariamittel Chinidin sowie Cinacalcet, das in der Therapie des sekundären Hyperparathyreoidismus eingesetzt wird.

Vor allem der gleichzeitige Einsatz der genannten Antidepressiva und Tamoxifen dürfte im klinischen Alltag nicht selten zur Diskussion stehen, da ein Krebsleiden oft mit Depressionen einhergeht. In einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c693) war die gleichzeitige Therapie jüngst mit einer erhöhten Brustkrebssterblichkeit assoziiert.

Laut BfARM kann es unter der gleichzeitigen Therapie mit CYP2D6-Inhibitoren zu einer Reduzierung der Plasmakonzentration einer aktiven Form von Tamoxifen um 65-75 Prozent kommen, was eine verminderte Wirksamkeit erwarten lässt – auch wenn die Studienlage nach Einschätzung des BfARM keineswegs eindeutig ist. Den Ärzten wird geraten, eine gleichzeitige Gabe der genannten starken CYP2D6-Inhibitoren mit Tamoxifen zu vermieden.

Auch Genvarianten des Enzyms CYP2D6 waren in Studien mit einem unterschiedlich starken Ansprechen auf Tamoxifen assoziiert. Der „Poor-Metabolizer-Status“ könne dabei mit einem reduzierten Ansprechen einhergehen.

Die Konsequenz für die Behandlung von langsamen Metabolisierern sei jedoch derzeit noch nicht vollständig bekannt, heißt es in der Mitteilung. Solange der klinische Nutzen einer Testung von CYP2D6 nicht belegt sei, sieht das BfArM keine Evidenz für eine Empfehlung einer Genotypisierung vor Beginn einer Tamoxifentherapie. © rme/aerzteblatt.de

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