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Rheuma: Biologicals begünstigen Gürtelrose

Montag, 8. November 2010

Manchester – Die Therapie mit TNF-Blockern geht bei Rheuma-Patienten mit einer mehr als zweifach erhöhten Rate von Varizella-Zoster-Erkrankungen einher, wie die Auswertung eines britischen Patientenregisters zeigt, die auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology in Atlanta vorgestellt wurde. Neben einer Reaktivierung (Zoster) sind auch Neuinfektionen (Windpocken) möglich.

TNF-Blocker wie Etanercept, Infliximab, Adalimumab oder Certolizumab schalten den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha aus, der nicht nur an der Pathogenese der rheumatoiden Arthritis (RA) und verwandter Erkrankungen beteiligt ist, sondern auch an der zellulären Immunabwehr gegen Tumoren und Infektionen.

Die Gefahren sind bekannt und zur Surveillance wurden deshalb in verschiedenen Ländern Patientenregister eingerichtet. Zu diesen zählt das British Society for Rheumatology Biologics Register, das mittlerweile 11.864 Patienten umfasst.

Bei einer Auswertung ist James Galloway von der Universität Manchester jetzt aufgefallen, dass die mit TNF-Blocker behandelten Patienten häufiger als eine Vergleichsgruppe von 3.666 Patienten unter Basistherapeutika (DMARD disease-modifying antirheumatic drugs) an einer Gürtelrose erkrankten. Die Inzidenzrate betrug 7,8/1000 Personenjahre gegenüber 4,0/1000 Personenjahre unter DMARD. Galloway errechnet eine adjustierte Hazard Ratio von 2,2 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,4 - 3,6).

Die Erkrankungen nehmen auch einen deutlich schwereren Verlauf: Unter der TNF-Blockade mussten 6 Prozent der Zoster-Patienten hospitalisiert werden oder sie benötigten eine intravenöse antivirale Therapie oder es waren mehrere Dermatome erkrankt.

Unter der DMARD-Therapie war dies nur bei 0,02 Prozent der Fall. Bezeichnend ist auch, dass unter den 320 Varizella-Zoster-Fällen der TNF-Blockierten auch 12 Windpockenerkrankungen waren. Diese im Erwachsenenalter sehr seltene Primärinfektion trat unter den DMARD-Behandelten kein einziges Mal auf. Nach Ansicht von Galloway sprechen diese Ergebnisse für eine Impfung der Rheumapatienten, die allerdings vor Beginn der Therapie erfolgen muss. © rme/aerzteblatt.de

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