Explosionsartige Polio-Epidemie im Kongo
Freitag, 12. November 2010
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| dpa |
Genf – Die Bemühungen der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Polio auszurotten, haben einen neuen Rückschlag erlitten. In der Republik Kongo ist es zu einem geradezu explosionsartigen Ausbruch gekommen.
Wie die Polio Eradication Initiative mitteilt, sind innerhalb weniger Wochen 201 Menschen an einer schlaffen Lähmung erkrankt, von denen 104 gestorben sind. Das ist eine ungewöhnlich hohe Sterberate. Ungewöhnlich war auch, dass die meisten Patienten älter als 15 Jahre sind.
Die Erkrankungen wurden vom Typ 1 des Polio-Virus ausgelöst. Die Sequenzierung des Virus zeigte eine hohe Verwandtschaft mit dem Virus auf, der im benachbarten Angola aufgetreten ist.
Bereits am heutigen Freitag soll eine Impfkampagne gestartet werden. Die gesamte Bevölkerung in Porte Noire, der zweitgrößten Stadt des Landes, und der umgebenden Provinzen soll geimpft werden. Ab dem 18. November wird die Impfkampagne auf den Rest des Landes ausgedehnt.
Die Republik Kongo war zuvor seit 2000 poliofrei. Die neue Epidemie zeigt, dass es trotz der Fortschritte in den Endemieländern (Afghanistan, Indien, Pakistan und Nigeria) immer wieder zu Ausbrüchen kommt.
Zuletzt waren in Tadschikistan mehr als 500 Menschen erkrankt. Sie bilden den Großteil der weltweit bis zum 9. November in diesem Jahr registrierten Erkrankungen, wobei die jetzige Epidemie im Kongo noch nicht in die Statistik eingeflossen ist.
© rme/aerzteblatt.de
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