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Krankenhaustag: Kliniken erwarten dramatischen Pflegemangel

Donnerstag, 18. November 2010

Düsseldorf – Die Krankenhäuser in Deutschland erwarten für die kommenden Jahre einen dramatischen und dauerhaften Anstieg des Personalmangels in der Pflege. Irene Maier, Pflegedirektorin des Universitäts­klinikums Essen, bemängelte auf dem Krankenhaustag, dass die Bundesregierung nicht den Eindruck erwecke, eine nachhaltige Lösung anzustreben.

„Die Unterbesetzung und Arbeitsüberlastung der Pflegefachkräfte im Krankenhaus gefährdet schon heute die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Eine erneute Sparrunde bei den Krankenhäusern würde mit großer Wahrscheinlichkeit zum weiteren Stellenabbau im Bereich der Pflege führen. Das ist unverantwortlich“, sagte sie in Düsseldorf.

Die Politik müsse die Weichen dafür stellen, dass sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entschieden und Fachkräfte, die der Pflege aufgrund der Arbeitsbedingungen den Rücken gekehrt hätten, zurückkehrten.

Michael Isfort vom Deutschen Institut für Pflegewissenschaften, betonte die Zukunftsfähigkeit des Pflegeberufs. „Derzeit herrscht Vollbeschäftigung. Arbeitslosigkeit in der Pflege wird ein Fremdwort bleiben“, sagte er auf dem Pflegeforum am zweiten Kongresstag des 33. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf.

Gleichzeitig kritisierte der Wissenschaftler die rückläufigen Investitionsmittel für den Pflegebereich. Die Personaldecke sei bei steigenden Patientenzahlen geringer als vor 20 Jahren. „Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es einen Sofortbedarf von mehr als 6.000 Pflegestellen“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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Andreas Skrziepietz
am Freitag, 19. November 2010, 12:25

wie wäre es

wenn man den job anständig bezahlen würde? sofort wäre das problem gelöst. aber ich vergaß: wir subventionieren ja lieber spekulanten und bankrotteure.
promisit
am Freitag, 19. November 2010, 09:35

Panikmache ?

Der "Beruf" Gesundheits- und Krankenpfleger/in gehört zu den wenigen Berufen mit Aussicht, diesen lebenslang ausüben zu können. Allerdings wird gerade an dieser wertvollen Ressource in den Kliniken versucht zu sparen. Bei ordentlicher Ausbildung, ordentlicher Aufgabenteilung und ordentlicher Bezahlung wird es keine unbesetzte Stelle in der Krankenpflege in den nächsten 20 Jahren geben.
Die Kliniken verkommen zu rein wirtschaftlich orientierten Unternehmen mit exact den gleichen Strukturen. Bei den momentanen Entwicklungen in den Kliniken ist der Pflegemangel und der Einsatz von Billiglohnkräften (welcher Art auch immer) und eine künftig immer schlechter werdende humanistische Pflege vorprogrammiert. Hauptsache der Geldsack klingelt und wer Geld hat, kann sich ja eine gute Pflege im Bedarfsfall leisten..........
parla_cicero
am Freitag, 19. November 2010, 08:01

Ja, Bedarf an Pflegestellen!!!

Anima_Sala, (nichts gegen Arbeitssuchende) warum dann auch nicht Arbeitssuchende für den medizinischen Beruf? usw. usw. etwas zu leichte und kurz gedachte Lösung. Ja, ja PFLEGEN KANN JEDER!!! und dann sich über schlechte PFLEGEQUALITÄT wundern und an den Pranger stellen.

Der Druck der Pflegende entsteht vor allem durch die steigende Zahl der Übernahme "pflegefremder" Tätigkeiten.
Ich bin davon überzeugt - und da spreche ich nun mit knapp 20 Jahren Berufserfahrung in der Klinik - wenn Pflegekräfte sich auf ihre ordinären Aufgaben beziehen, die Arbeit, trotz höherer Leistungskomplexität, bewältigen könnten.
Nein, das Management macht häufig den Fehler, dass dieser Berufsgruppe immer mehr Aufgaben aufgedrückt werden, die dazu führen, dass pflegerische Tätigkeiten nur noch mangehaft ausgeführt werden könne.

Ich möchte aber auch ganz klar sagen, dass die Pflegenden selber schuld sind an der Situation, dass "pflegefremde" Berufsgruppen für die Pflege Arbeitsbedingungen und -aufgaben bestimmen. Das passiert den Medizinern auf jeden Fall nicht. Pflegende kümmern sich zu wenig um ihre Berufsgruppe und die Bedingungen unter den sie arbeiten möchten. Zwar hat sich in den letzten Jahren einiges geändert, dennoch ist es eine, in der Berufspolitik aktiver Menschen, zu geringe Anzahl verglichen mit der Gesamtgröße aller im Gesundheitswesen tätigen.

Ein weiterer Fehler wird meiner Ansicht nach schon bei der Ausbildung gemacht. Ich befürworte die Akademisierung der Pflege, allerdings sollte man sich davor hüten die Fehler anderer Berufsgruppe wie die der Mediziner in früheren Jahren (NC usw.) nach zu machen. Die Auswirkungen zeigen sich erst in 15-20 Jahren.

MfG aus NRW

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