Paracetamol in der Schwangerschaft erhöht Asthmarisiko beim Kind
Donnerstag, 18. November 2010
London – Nehmen Mütter während ihrer Schwangerschaft Paracetamol ein, kann dies das Risiko für eine Asthmaerkrankung des Kindes erhöhen. Dieser Zusammenhang lässt sich jedoch nur bei Müttern mit einer Veränderung des Antioxidans-Gens beobachten. Das berichten Wissenschaftler um Seif Shaheen von dem Imperial College London im Journal of Allergy and Clinical Immunology (doi:10.1016/j.jaci.2010.08.047).
Die Forscher untersuchten in ihrer Studie die Daten von 14.000 Kindern der British Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC), die seit ihrer Geburt beobachtet wurden. Die Beobachtungen starteten mit den Schwangerschaften der Mütter und reichten bis zum achten Lebensjahr der Kinder.
Die Forscher richteten ihre Aufmerksamkeit dabei auf eine mögliche Wechselwirkung zwischen dem Paracetamol-Gebrauch während der Schwangerschaft oder dem Säuglingsalter und Antioxidations-Genen bei der Mutter oder dem Kind, da Varianten in diesen Genen die Toxizität von Paracetamol beeinflussen können.
Die teilnehmenden Mütter berichteten über ihren Gebrauch von Paracetamol während der Schwangerschaft, sowie die Exposition ihres Kindes gegenüber dem Medikament im Säuglingsalter.
Die Wissenschaftler sammelten Berichte über Keuchen und jedes weitere Asthma- und Allergiesymptom bei den Kindern in Kombination mit weiteren Risikofaktoren, wie Umweltexpositionen und familiären Lebensstilen.
Zwischen dem siebten und achten Lebensjahr machten die Kinder Allergie-, Haut- und Lungenfunktionstests. Mütter und Kinder unterzogen sich außerdem einer genetischen Untersuchung.
Die Wissenschaftler fanden so Hinweise darauf, dass das Risiko für ein kindliches Asthma mit einer pränatalen Paracetamol-Einnahme einherging, wenn die Mutter eine genetische Variante des Antioxidans-Gens aufwies.
Im Gegensatz dazu zeigten sich ähnliche Wechselwirkungen nicht bei einem Paracetamol-Gebrauch der Säuglinge und ähnlichen Genvarianten bei Kindern. Shaheen sagte: „Unsere Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass die pränatale Paracetamol-Aussetzung bei der Entwicklung eines kindlichen Asthmas eine Rolle spielt. Diese Beziehung kann jedoch nur durch weitere randomisierte Studien bestätigt werden.“
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