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Schwangere entscheiden sich seltener für Fruchtwasseruntersuchung

Freitag, 19. November 2010

Frankfurt – Immer mehr werdende Mütter vertrauen bei der Schwangerschaftsvorsorge auf das sogenannte Ersttrimester-Screening, eine Kombination aus Ultraschalluntersuchung und Bluttest. Dadurch nimmt die Zahl der Fruchtwasseruntersuchungen kontinuierlich ab. Das ist das Ergebnis einer Studie der sogenannten Fetal Medicine Foundation Deutschland (FMF).

Mit zunehmendem Alter der Mutter steigt das Risiko für angeborene erblich bedingte Erkrankungen beim Kind. Frauen ab 35 haben deshalb Anspruch auf eine abklärende Pränataldiagnostik in Form einer Fruchtwasseruntersuchung oder einer Gewebeprobe.

„Doch die invasiven Verfahren – Amniozentese und Chorionzottenbiopsie – können zu Blutungen führen und in mehr als 0,5 Prozent der Fälle eine Fehlgeburt auslösen“, verwies FMF-Präsident Eberhard Merz auf die Untersuchungsrisiken. Einige schwangere Frauen, die ein gesundes Kind zur Welt bringen könnten, verlören es demzufolge allein aufgrund dieser Untersuchungen.

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Deshalb entschieden sich immer mehr Schwangere gegen Fruchtwasseruntersuchung oder Gewebeproben. So nahmen im Berliner Zentrum für Pränataldiagnostik zwischen 2003 und 2006 nichtinvasive Untersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel um acht Prozent zu, während die Anzahl der Amniozentesen im gleichen Zeitraum um 17 Prozent zurückging. Die Zahl der Chromosomenschäden, die erst bei der Geburt erkannt werden, sei dadurch nicht gestiegen, so die Wissenschaftler.

„Diagnostisch kann das Ersttrimester-Screening die Fruchtwasseruntersuchung zwar nicht komplett ersetzen“, so der FMF-Präsident. Es gebe Schwangeren jedoch einen Anhaltspunkt, ob eine invasive Diagnostik überhaupt erforderlich sei.

„Vielen Ungeborenen rettet das Ersttrimester-Screening so das Leben“, betonte Merz. Denn da es Chromosomenschäden mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließe, verzichteten Mütter meist auf die riskante Fruchtwasseruntersuchung. © hil/aerzteblatt.de

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