Cannabis-Konsum fördert Infektionen und Krebs
Montag, 29. November 2010
Columbia – Der Konsum von Cannabis beim Rauchen von Marihuana schwächt das Immunsystem deutlich und macht damit das Auftreten von bestimmten Infektionen und Krebsarten wahrscheinlicher. Das fanden Wissenschaftler der University of South Carolina heraus und publizierten die Studie im European Journal of Immunology (doi: 10.1002/eji.201040667).
Verantwortlich dafür ist ein besonderer Typ von Abwehrzellen, die sogenannten myeloischen Suppressorzellen, deren Aktivität bei Cannabis-Konsumenten gefördert wird und das Immunsystem schwächt.
Im Gegensatz zu den meisten myeloischen Zellen des Körpers unterdrücken diese Suppressorzellen als unreife Zellen das Abwehrsystem unseres Körpers. Forscher wissen bereits, dass eine erhöhte Aktivität dieser Zellen bei an Krebs erkrankten Menschen zu beobachten ist.
Erst-Autor
Prakash Nargakatti und seine Kollegen haben nun mittels ihrer Experimente gezeigt, dass Cannabinoide über ihre Wirkung an cannabinoiden Rezeptoren die Anzahl und Aktivität der myeloischen Suppressorzellen triggert.
Cannabinoide, wie das bekannte Marihuana mit dem Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol, sind eine der weltweit am meisten verbreiteten und konsumierten Drogen. Das Wissen um die möglichen Gesundheitsrisiken des Rauschmittels sei durch ihre Erkenntnisse nun entscheidend erweitert worden, so die Autoren.
Allerdings hätten die Cannabinoide auch positive Wirkungen. Die immunsuppressive Wirkung der Cannabinoide könne in bestimmten Fällen auch erwünscht und für zahlreiche klinische Fälle von Nutzen sein. © hil/aerzteblatt.de
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