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USA: Vitamin D- und Kalzium-Supplemente meist unnötig

Dienstag, 30. November 2010

Washington – Entgegen weit verbreiteter Ansichten ist die Bevölkerung ausreichend mit Vitamin D und Kalzium versorgt. Dies stellt das US-Institute of Medicine (IOM) jetzt in einem Report klar.

Die hochdosierte Einnahme von Vitamin D und Kalzium wird bestenfalls als unnötig, möglicherweise sogar als schädlich für die Gesundheit eingestuft.

Die US-Medien hatten in den letzten Jahren ausführlich über einen angeblichen Vitamin D-Mangel in der Bevölkerung berichtet. Drei von vier Erwachsenen hätten nicht optimale Serumwerte, frohlockte das Branchenblatt Nutrition Business Journal, das sich an der Streuung von Meldungen beteiligte.

Danach sollte Vitamin D nicht nur ältere Menschen vor einer Osteoporose schützen. Auch bei jüngeren Menschen sollte es Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Autoimmunerkrankungen vorbeugen. Ja selbst Brustkrebs sollte durch die Einnahme von Vitamin D verhindert werden. Und der Nutzen des Vitamins sei dosisabhängig, konnten US-Amerikaner US-Today und anderen Medien entnehmen.

Bei diesen Aussichten griff die ohnehin vitaminaffine US-Bevölkerung zu: Allein in den Jahren 2008 bis 2009 stieg der Umsatz an Vitamin D-Präparaten um 82 Prozent. Auch die Zahl der Labortests nahm zu, und die New York Times meinte dieser Tage, heute würden viele Menschen neben dem Cholesterin- auch ihren Vitamin D-Wert kennen, der natürlich zu niedrig sei.

Viele Menschen begnügten sich nicht mehr damit, dass Milch, Orangensaft und andere Nahrungsmittel mit Vitamin D versetzt sind. Die Nachfrage nach Vitamin D stieg. Auch Supermarktketten nahmen Präparate mit extrem hohen Vitamin-D-Dosierungen in ihr Angebot auf.

Wal-Mart bot den Wirkstoff in einer Dosierung von bis zu 5000 IU an, pro Tablette versteht sich, obwohl der Tagesbedarf gerade einmal bei 600 IU liegt, wie das IOM jetzt in seinem Bericht schreibt. Und diesen Bedarf decke der Großteil der Bevölkerung über die Nahrung, selbst jene, die selten das Haus verlassen und bei denen deshalb die körpereigene Produktion mithilfe von UV-Licht gering sei.
 

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Die meisten Menschen in Nordamerika haben Serumkonzentrationen von 20 ng/ml (oder 50 nmol/l) oder höher, die das IOM als ausreichend einstuft. Wer dennoch Vitamin D einnimmt, schädige möglicherweise Herz und Nieren, heißt es in der Pressemitteilung – wobei die Hinweise allerdings aus Studien stammen, in denen sehr hohe Dosierungen eingenommen worden seien.

Auch die Versorgung mit Kalzium ist nach Einschätzung des IOM ausreichend. Die einzige Ausnahme seien möglicherweise weibliche Teenager. Alle andere deckten ihren Tagesbedarf von 700 bis 1300 mg ausreichend über die Nahrung.

Wer unnötigerweise Kalziumsupplemente einnehme, riskiere dadurch Nierensteine, warnt das IOS. Da Kalzium auch Bestandteil der atherosklerotischen Plaques ist, steht auch ein erhöhtes Herz-Rreislauf-Risiko im Raum.

Der Verband der Vitaminhersteller, der sich Council for Responsible Nutrition nennt, hat den Bericht übrigens als Schritt in die richtige Richtung begrüßt. In der Pressemitteilung wird die Freude darüber ausgedrückt, dass der Tolerable Upper Intake Level (UL), also die Obergrenze der gesundheitlich als unbedenklich eingestuften Tagesdosis von 2.000 auf 4.000 IU/die für Erwachsene erhöht wurde.

Dies eröffnet neue Möglichkeiten für den Vertrieb von Vitamin D, deren Tagesbedarf ein medizinischer Sachverständige des Verbands denn auch auf bis zu 2000 IU/die eingestuft hat.

© rme/aerzteblatt.de

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Businesspaar
am Donnerstag, 2. Dezember 2010, 08:59

Boom Nahrungsergänzungsmittel!

Das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln boomt. Und zwar richtig! Wohl dem, der nicht auf synthetischen "Müll" der Pharmaindustrie reinfällt.

Die Frage ist grundsätzlich immer gleich: "Wem glaubt man letztlich was erforderlich ist oder was eben nicht". Und ob Behauptungen wirklich stimmen oder nicht?!

Einzig der Versuch macht klug :-)).

Laborwerte im Hinblick auf den menschlichen Vitalstoffhaushalt kann ja jeder ermitteln lassen. Aber wer macht das schon. Und dann auch noch regelmäßig?

Okay, da ist dann noch ne Frage zu klären: "Wer kann sich das leisten?" :-))

schmidkeiner
am Mittwoch, 1. Dezember 2010, 10:15

Boom dämpfen?

Man erkennt klar in der amerikanischen Originalarbeit die Absicht, den wissenschaftlichen und populären Vitamin D-Boom ein wenig zu dämpfen! Tatsächlich werden im wesentlichen die Werte mit der Wirkung von Vitamin D und Kalzium für den Knochenstoffwechsel begründet. Die Zufuhr-Werte liegen deutlich unter den in der jüngeren Literatur überwiegend "geforderten" Werten für Vitamin D. Schade, dass das Deutsche Ärzteblatt als renommierte Fachzeitschrift unkommentiert auf den Trend aufspringt, obwohl das Vitamin D Defizit in Deutschland teilweise durch das Robert Koch Institut gesichert ist!

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