Stockholm – Patienten, deren Diagnose einer rheumatoiden Arthritis mindestens ein Jahr zurückliegt, haben ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt als ohne die Vorerkrankung. Das Journal of Internal Medicine (doi: 10.1111/j.1365-2796.2010.02260.x) publizierte eine entsprechende Studie von Wissenschaftlern des Karolinska Institutet in Stockholm unter der Leitung von Marie Holmqvist.
Die schwedischen Forscher beobachteten 7.469 Patienten, die zwischen 1995 und 2006 die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis (RA) erhalten hatten, wobei der mediane Follow-up vier Jahre betrug.
Anhand einer entsprechenden Vergleichsgruppe von mehr als 37.000 Patienten ohne Rheuma analysierten sie das Auftreten ischämischer Herzerkrankungen, darunter insbesondere die Inzidenz des Myokardinfarktes.
Während des Beobachtungszeitraumes entwickelten 233 Patienten mit rheumatoider Arthritis und 700 Patienten der Kontrollgruppe ein ischämisches Ereignis. Dabei stieg das Risiko für einen akuten Herzinfarkt ein bis vier Jahre nach der Diagnose der RA auf über 60 Prozent und blieb bis zu einem maximalen Follow-up von zwölf Jahren auf dem gleichen Level.
Holmqvist zufolge sind besonders zwei Aspekte ihrer Studie wichtig für den Zusammenhang zwischen RA und Herzinfarkt. Zum einen sei das der relativ kurze Abstand von einem Jahr zwischen der Diagnose einer RA und der erhöhten Wahrscheinlichkeit, einen Myokardinfarkt zu erleiden. Zum anderen sei es nun auch wichtig zu wissen, dass selbst zwölf Jahre nach der Diagnose der RA dieses Risiko erhöht sei.
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