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Brustkrebs: Krafttraining kann Lymphödem vorbeugen

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Philadelphia – Aus Furcht vor einem Lymphödem schonen viele Brustkrebspatientinnen den Arm auf der operierten Seite. Dies ist nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; doi: 10.1001/jama.2010.1837) nicht notwendig: Ein mildes Gewichtstraining könnte sogar eine vorbeugende Wirkung entfalten.

Vor einem Jahr hatte Kathryn Schmitz von der Universität Philadelphia in einer Studie gezeigt, dass ein mildes Krafttraining Frauen mit einem Lymphödem nicht schadet: 71 Teilnehmerinnen hatten, zunächst unter Aufsicht, später auch selbstständig zweimal wöchentlich 90 Minuten im Fitnessstudio trainiert und dabei auch gezielt Bizeps und Trizeps gestärkt.

Die Frauen trugen Kompressionsbandagen, wurden aber nicht geschont. Das Training hat zwar die Schwellungen des Arms nicht vermindert, diese nahmen bei jeder zehnten Frau sogar zu. Das war aber auch in der Kontrollgruppe der Fall, wo die Devise zur Schonung ausgegeben worden war.

Dort kam es jedoch doppelt so häufig zu Exazerbationen (Schwellungen, Gewebeveränderungen oder Symptome und Einschränkungen im Alltagsleben), so dass die Studie die verbreitete Befürchtung, das Training könnte das Lymphödem nur verschlimmern, ausgeräumt haben dürfte (NEJM 2009; 361: 664-73).

Die aktuelle Untersuchung kommt bei einer zweiten Gruppe von 154 Brustkrebspatientinnen, die zum Zeitpunkt des Sportprogramms noch kein Lymphödem hatten, zum gleichen Ergebnis. Das milde Krafttraining war nicht für das Lymphödem, das sich bei 8 von 72 Frauen (11 Prozent) entwickelte verantwortlich, da dieses in der Kontrollgruppe mit Schonung des Arms bei 13 von 75 Frauen (17 Prozent) und damit sogar tendenziell häufiger auftrat.

Besonders deutlich (und hier auch statistisch signifikant) war der Unterschied bei den Frauen, bei denen 5 oder mehr Lymphknoten entfernt worden waren: Hier kam es in der Sportgruppe bei 3 of 45 Frauen (7 Prozent) zum Lymphödem gegenüber 11 von 49 Frauen (22 Prozent) in der Kontrollgruppe.

Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl kann aus den Ergebnissen zwar keine Empfehlung zur Sporttherapie abgeleitet werden, wie Schmitz einräumt. Sie dürfte allerdings das weit verbreitete Vorteil widerlegt haben, dass Frauen nach einer axillären Lymphadenektomie den betroffenen Arm bedingungslos schonen müssen. © rme/aerzteblatt.de

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