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Große Unterschiede bei Hüftoperationen

Freitag, 10. Dezember 2010

Berlin – Die Qualität und die Häufigkeit von Komplikationen bei Hüftoperationen ist je nach Krankenhaus sehr unterschiedlich. Bei den besten Kliniken mussten sich nur halb so viele Patienten noch einmal operieren lassen wie bei den schlechtesten. Das geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor.

Für die Studie über die Qualität von planbaren Hüftoperationen, die im Wido-Krankenhausreport erschien, hatte das Institut die Daten von mehr als 170.000 AOK-Patienten ausgewertet. Das Wido hatte untersucht, wie oft binnen eines Jahres Komplikationen auftreten und wie viele Patienten sich der schmerzhaften und langwierigen Operation und Rehabilitation wegen Problemen noch einmal unterziehen mussten.

Dabei stellte sich heraus, dass die besten 25 Prozent der 922 einbezogenen Krankenhäuser eine „Revisionsrate“ von weniger als 2,4 Prozent hatten. Bei den statistisch schlechtesten Krankenhäusern lag die Rate mit 5,9 Prozent mehr als doppelt so hoch. In der Hälfte der Häuser hätten mehr als vier Prozent der Hüftoperationen binnen eines Jahres wiederholt werden müssen, berichtete das Wido.

Selbst nach Korrekturen statistischer Effekte in der Patientenstruktur – zum Beispiel eine große Zahl älterer Patienten, bei denen Komplikationen häufiger sind - waren die Ergebnisse laut Wido eindeutig. Bei den besten 92 Kliniken - den obersten zehn Prozent – lag die Quote der Komplikationen um 44 Prozent unter dem, was statistisch zu erwarten gewesen wäre. Bei den schlechtesten 92 Kliniken lag Rate dagegen um mindestens 80 Prozent darüber.

Hüftoperationen gelten zwar als Routineeingriff, der jedes Jahr zehntausendfach vorgenommen wird. Dennoch kann einiges schief gehen. Neben den Revisionen fürchten Ärzte unter anderem Hüftfrakturen, Thrombosen und Lungenembolien.

Alle üblichen Probleme hat das Wido in einem „Komplikationsindex“ zusammengefasst. Dieser zeigt den Angaben zufolge, dass bei der Hälfte der Krankenhäuser in mehr als zwölf Prozent eines der Probleme auftritt. Beim besten Viertel der Kliniken liegt die Komplikationsquote dagegen bei unter 8,8 Prozent, beim schlechtesten Viertel sind es 16,6 Prozent.

„Das zeigt beispielhaft, dass es erhebliche Unterschiede bei der Ergebnisqualität der Krankenhausbehandlung gibt“, erklärte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Und er fügte an: „Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt planen, brauchen nicht nur Informationen über den Service eines Hauses, sondern vor allem eine zuverlässige Auskunft über die Qualität der Behandlung.“ © dapd/aerzteblatt.de

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