Aromatase-Inhibitoren mit Herzrisiko
Freitag, 10. Dezember 2010
San Antonio – Die Einnahme von Aromatase-Inhibitoren zur Behandlung des postmenopausalen Mammakarzinoms geht mit einem erhöhten kardialen Risiko einher. Dies ergab eine Meta-Analyse, die auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellt wurde.
Im Dezember 2008 hatte die FDA einen Warnhinweis für die Fachinformation von Arimidex® verfügt. Anlass war ein Anstieg ischämischer kardiovaskulärer Ereignisse, zu denen es bei Frauen mit vorbestehender ischämischer Herzerkrankung in der ATAC-Studie unter Anastrozol im Vergleich zu Tamoxifen (17 vs. 10 Prozent) gekommen war. Die FDA riet damals zu einer Nutzen-Risiko-Bewertung bei diesen Frauen – was übrigens bisher nicht von der deutschen Fachinformation übernommen wurde.
Da mit Exemestan (Aromasin®) und Letrozol (Femara®) zwei weitere Aromatase-Inhibitoren zugelassen sind, hat Eitan Amir vom Princess Margaret Hospital in Toronto jetzt eine Meta-Analyse zur gesamten Wirkstoffgruppe durchgeführt.
Sie basiert auf sieben Studien, in denen die Wirkstoffe mit Tamoxifen verglichen wurden. Sie bestätigt die Vermutung, dass das Risiko für die gesamte Wirkstoffklasse besteht: Nach den auf der Tagung vorgestellten Daten kommt es bei Frauen mit vorbestehenden kardialen Risikofaktoren zu einem Anstieg des kardialen Erkrankungsrisikos um 20 Prozent.
Gleichzeitig bestätigt die Studie aber auch, dass Aromatase-Inhibitoren das Risiko von venösen Thromboembolien und auf Endometriumkarzinomen reduzieren.
© rme/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.