London – Das britische National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) setzt seine konsequente „Sparpolitik“ in der Krebsbehandlung fort. Der Einsatz von Avastin® (Bevacizumab) beim Kolorektalkarzinom wurde endgültig abgelehnt. Für Tykerb® (Lapatinib) und Herceptin® (Trastuzumab) wurde eine erste negative Stellungnahme zum kombinierten Einsatz mit Aromatase-Inhibitoren veröffentlicht.
Bevacizumab verlängerte in den Studien das Leben von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom um gerade einmal 6 Wochen. Das ist nach Einschätzung der NICE zu wenig, um die hohen Kosten der Therapie von 20.800 Pfund pro Jahr zu rechtfertigen, erklärte jetzt Andrew Dillon, der Leiter der Behörde, die Empfehlungen für den National Health Service (NHS) erarbeitet.
Auch der Vorschlag des Herstellers Roche, das Medikament nach dem ersten Jahr kostenlos zur Verfügung zu stellen und dann auch die Kosten für Oxaliplatin zu tragen, konnte NICE nicht umstimmen. Die Kosten für ein gerettetes Lebensjahr in guter Lebensqualität (QALY) liegen nach den Berechnungen von NICE bei 70.000 Pfund, während der Hersteller auf 25.000 bis 30.000 Pfund kommt.
Durch den Verzicht auf die Kostenübernahme spart der britische Staat, der das NHS über Steuern finanziert 135 Millionen Pfund, die er – vielleicht – teilweise an anderer Stelle wieder ausgibt, denn die Patienten haben die Möglichkeit, eine Kostenübernahme durch einen Cancer Drugs Fund zu beantragen.
Auch die Erstlinienbehandlung eines metastasierten rezeptor-positiven Mammakarzinoms, das HER2 exprimiert, mit Lapatinib oder Trastuzumab, das in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor eingesetzt würde, wird den britischen Patientinnen vermutlich verwehrt.
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