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Pfortaderthrombose durch Nplate

Donnerstag, 16. Dezember 2010

München – Das Medikament Nplate® (Wirkstoff: Romiplostim), das die Produktion der Thrombozyten steigert, kann thrombotische/thromboembolische Ereignisse auslösen. Berichte über Pfortaderthrombosen bei leberinsuffizienten Patienten haben einen Rote-Hand-Brief des Herstellers Amgen aus München ausgelöst. Die Grenzwerte für Thrombozyten wurden gesenkt. Patienten mit vorgeschädigter Leber sollen nicht mehr behandelt werden.

Nplate wurde Anfang 2009 als Orphan Drug zur Behandlung von Immunthrombozytopenien (ITP, Morbus Werlhof) eingeführt. Bei diesen seltenen Autoimmunerkrankungen kommt es zur Zerstörung der Thrombozyten.

Romiplostim sorgt für Ersatz, da es als Thrombopoetin-Agonist die Bildung von Thrombozyten im Knochenmark stimuliert. Die Wirkung ist durch Studien belegt. Vorsichtshalber ist der Einsatz von Nplate® auf Patienten beschränkt, die auf andere Medikamente (Kortikosteroide oder Immunglobuline) nicht ansprechen und bei denen eine Splenektomie (um den Abbau der Thrombozyten zu vermindern) nicht infrage kommt.

Eine Überproduktion von Thrombozyten erhöht das Risiko von thrombotischen Ereignissen. Deshalb gehört die (zunächst wöchentliche) Kontrolle der Thrombozyten zur Therapie und die Fachinformation setzen bereits Grenzwerte fest. Bei Thrombozytenwerten von über 400 x 10 hoch 9/l musste bereits jetzt die Therapie ausgesetzt werden, bei Werten über 200 x 10 hoch 9/l 200 während zwei aufeinander folgender Wochen sollte die Dosis reduziert werden.

Diese Grenzwerte werden jetzt auf 250 x 10 hoch 9/l (sofortiges Aussetzen) beziehungsweise 150 x 10 hoch 9/l 200 während zwei aufeinander folgender Wochen (Dosisreduktion) gesenkt.

Außerdem soll Romiplastim bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassifikation ≥7) nicht mehr verwendet werden, „es sei denn, der erwartete Nutzen übersteigt … das bekannte Risiko einer Pfortaderthrombose bei diesen Patienten“. © rme/aerzteblatt.de

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