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FDA: Dolasetron i.v. ist arrhythmogen

Montag, 20. Dezember 2010

Bethesda/Washington – Die FDA verbietet die intravenöse Anwendung des Antiemetikums Anzemet® (in Deutschland Anemet®, Wirkstoff: Dolasetron) zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei zytostatischer Chemotherapie (CINV).

Zur Prävention und Behandlung von postoperativer Übelkeit oder Erbrechen (PONV) darf Dolasetron weiter intravenös appliziert werden. Die intravenöse Therapie wird hier, wie auch generell die orale Applikation mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen.

Die Kontraindikation und Warnungen basieren auf den Ergebnissen einer von der FDA veranlassten Studie, in der die bekannten negativen Auswirkungen von Dolasetron auf die Erregungsleitung im Herzen näher untersucht wurden.

Auch in der deutschen Fachinformation wird bereits darauf hingewiesen, dass Dolasetron die EKG-Intervalle verlängern kann. In der Studie wurde das QTcF-Interval (das ist das QT-Intervall korrigiert mit der Fridericia-Formel) nach Applikation von 100 mg Dolasetron i.v. durchschnittlich um 14,1 ms und unter der supratherapeutischen Dosis von 300 mg Dolasetron durchschnittlich um 36,6 ms verlängert.

Das war mehr als nach einer Leitlinie erlaubt ist, die ab einer Verlängerung des QT/QTc-Intervals um mehr als 20 ms ein deutlich erhöhtes Risiko auf proarrhythmische Wirkungen sieht. Bei einer Verlängerung des QT-Intervalls werden vor allem Torsade de pointes befürchtet, die in ein Kammerflimmern münden können.

Dieses Risiko besteht nach Einschätzung der FDA vor allem bei der CINV, da hier höhere Dosierungen eingesetzt werden als bei der PONV. Bei der PONV und in der oralen Anwendung ist dennoch Vorsicht geboten, so bei Patienten mit kongenitalem Long-QT-Syndrom (Kontraindikation), bei denen dieses Intervall aus genetischen Gründen bereits verlängert ist.

Gefährdet sind auch Patienten mit Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie. Die FDA fordert, die Elektrolytstörungen vor Therapiebeginn zu normalisieren. Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, Bradykardie und mit kardialen Grunderkrankungen wird eine EKG-Kontrolle empfohlen. Das gelte auch für ältere Menschen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Außer dem QT-Intervall verlängert Dolasetron auch das PR- und das QRS-Intervall. Medikamente, die das PR-Interval (z.B. Verapamil) oder das QRS-Interval (z.B. Flecainid oder Chinidin) verlängern, sollten deshalb von Patienten, die mit Dolasetron behandelt werden, vermieden werden, heißt es in der Drug Safety Communication, die die Patienten aufruft, sich bei kardialen Symptomen sofort an ihren Hausarzt zu wenden, ohne allerdings eigenmächtig Medikamente abzusetzen. © rme/aerzteblatt.de

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