Politik

Grippe-Impfung weiterhin sinnvoll

Mittwoch, 5. Januar 2011

Berlin – Auch nach den ersten Schweinegrippe-Todesfällen in dieser Saison ist eine Grippe­impfung noch sinnvoll.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bekräftigte seine Empfehlung an Schwangere, chronisch Kranke und ältere Personen sowie an medizinisches Personal, sich impfen zu lassen.

„Wir stehen am Beginn einer Grippewelle“, sagte heute RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Der Impfstoff enthalte auch einen Wirkstoff gegen die Influenza des Typs A H1N1, sagte Glasmacher. Vollständiger Impfschutz besteht etwa zwei Wochen nach der Spritze. Glasmacher bestätigte einen Bericht der Rheinischen Post, wonach es sich bei etwa zwei Dritteln aller gegenwärtigen Grippefälle um Schweinegrippe-Erkrankungen handele. Grund zur Panik sei dies aber nicht, betonte sie.

Inzwischen wurde ein weiterer schwerer Schweinegrippe-Fall Leipzig bekannt. In der dortigen Uni-Klinik ringt ein 25-jähriger Mann mit dem Tod. Er sei an eine künstliche Lunge angeschlossen worden, sagte ein Sprecher der Klinik am Mittwoch.

Wie sich der 25-Jährige angesteckt hat, war unklar. „Rund jeder zweite Infizierte wird auch gar nicht krank“, sagte der Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik, Uwe Gerd Liebert. Der Mann könne sich also auch bei scheinbar Gesunden angesteckt haben.

Bei Menschen mit Vorerkrankungen, deren Immunsystem bereits geschwächt ist, könne der Erreger schwere Schäden anrichten. So sei es auch in diesem Fall. Bei dem schwer übergewichtigen Mann seien die Lungen ohnehin schon geschwächt, „da reicht dann ein kleiner Auslöser“, sagte Liebert.

In der vergangenen Grippesaison starben nach RKI-Angaben 258 Menschen in Deutschland an der Schweinegrippe. In dieser Saison werden mindestens zwei Todesfälle mit dem Virus A H1N1 in Zusammenhang gebracht.

Das RKI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfehlen zur Vorbeugung gegen Infektionen regelmäßiges Händewaschen und ein regelmäßiges Lüften – drei- bis viermal am Tag jeweils zehn Minuten. Hygienisches Husten – in den Ärmel und nicht in die Hand – wird ebenso geraten wie das vollständige Auskurieren einer Infektion. © dapd/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 6. Januar 2011, 16:11

Früher waren es die Russen. Jetzt sind es die "Virussen" könnte man sagen, ...

wenn es nicht so ernst wäre. Tatsache ist, dass die aktuelle Influenzagefährdung die traditionellen Risikobereiche verlässt, in dem Kinder, Jugendliche, Schwangere und Patienten u n t e r 60 Jahren auch betroffen sind. Ältere Patienten haben bei der H1N1-Variante offensichtlich Rest- oder Kreuzimmunitäten, entweder wegen mehrfacher Influenzavorimpfungen oder wegen immunisierender Infektionen bei der historischen Influenzaepidemie 1977/1978.

Neuraminidasehemmer sind bei H1N1 wie auch bei der letzten Erkrankungswelle gut wirksam, Resistenzen wurden in unserer Region nicht beobachtet. Der Influenza Subtyp Virus A/H1N1 ist neben anderen A+B Varianten in den saisonalen Impfstoff eingearbeitet, denn die parallele Doppelimpfstrategie in der letzten Saison ist ja grandios gescheitert. Dies unter Anderem deshalb, weil von einer wirklichen Pandemie (wie auch bei der früheren "Vogelgrippe") niemals die Rede sein konnte.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM in Dortmund
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