7.834 News Medizin

Medizin

Adipöse versterben eher an der Schweinegrippe

Freitag, 7. Januar 2011

Sacramento – Für diejenigen, die sich im Jahr 2009 mit dem pandemischen Influenzavirus H1N1 infiziert hatten, bedeutete deutliches Übergewicht ein fast dreifach erhöhtes Risiko, an der Infektion zu sterben.

Das geht aus einer Analyse von Daten der Gesundheitsbehörde in Kalifornien hervor. Die Studie von Wissenschaftlern des California Department of Public Health unter der Leitung von Janice Louie publiziert das Fachmagazin Clinical Infectious Deseases (doi: 10.1093/cid/ciq152) in seiner nächsten Ausgabe.

In ihrer Studie wollten sich die Autoren besonders mit an der sogenannten Schweinegrippe Erkrankten beschäftigen, die sich in einem kritischen Gesundheitszustand befanden oder sogar infolge der Infektion verstarben.

Ihnen fiel zunächst auf, dass viele dieser Patienten adipös waren. Daher wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob die Adipositas unabhängig von ihren Komorbiditäten, wie Herzerkrankungen, einen eigenständigen Risikofaktor für eine erhöhte Mortalität der schwer infizierten Patienten darstellt.

Dazu verwendeten sie Daten der kalifornischen Gesundheitsbehörde über die meldepflichtige Erkrankung, die sowohl klinische als auch demographische Informationen der über 500 wegen der Grippe hospitalisierten Patienten enthielt.

Dann filterten sie die über 20 jährigen Patienten noch mal nach Body Mass Index, jeweils nach mäßiger (BMI ≥ 30) beziehungsweise schwerer Adipositas (BMI ≥ 40), sowie nach sonstigen Begleiterkrankungen.

Zunächst stellten sie fest, das rund die Hälfte der in Kalifornien an der Schweinegrippe Erkrankten auch gleichzeitig adipös war, was in etwa das Doppelte der gesunden kalifornischen Bevölkerung entspricht. Von den 92 Fällen, die aufgrund der Grippe starben, zeigten 61 Prozent eine mäßige und 30 Prozent eine massive Adipositas.

Daher sollten sich adipöse Patienten, die von dem Influenza-Virus infiziert sind oder sich in einem Umfeld mit Erkrankten aufhalten, unbedingt jährlich impfen lassen, betonen die Autoren. Auch Ärzte müssten solche Patienten möglichst rasch behandeln und ihnen Prioritäten einräumen, wenn Impfstoffe knapp werden sollten.

Erst-Autorin Janice Louie fügte hinzu, dass jetzt weitere Studien folgen müssten, die den Bezug zwischen Adipositas und dem H1N1-Virus näher erforschen.  © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
7.834 News Medizin

Nachrichten zum Thema

31.01.13
Bekämpfung der Schweinegrippe: Lob und Tadel für die Behörden
Berlin – Experten sehen die Arbeit der Zuständigen Behörden bei der Bekämpfung der Pandemie mit einer Variante des Influenza-A-Virus H1N1 – auch „Schweinegrippe“ genannt – unterschiedlich. Das zeigte...
11.07.12
Guillain-Barré-Syn­drom nach Impfung gegen Schweinegrippe
Ville de Québec – In der kanadischen Provinz Québec ist es nach der Impfung gegen die Neue Influenza A/H1N1 („Schweinegrippe“) zu einer Häufung von Guillain-Barré-Syndromen gekommen, die als mögliche...
25.11.11
Millionen Schweine­grippe-Impdosen werden verbrannt
Magdeburg – Rund 16 Millionen in Deutschland übrig gebliebene Impfdosen gegen die Schweinegrippe werden über zwei Jahre nach Beginn der Pandemie am kommenden Dienstag verbrannt.Der von den...
07.10.11
Experten diskutieren Vertrauensverlust in Impfungen
Bad Hofgastein – Das Internet und Soziale Medien haben Gesundheitsexperten zufolge die Dynamik von impfkritischen Informationen verstärkt. Eines der augenscheinlichsten Beispiele sei die Entwicklung...
31.08.11
Länder beseitigen teuren Schweine­grippe-Impfstoff
Berlin – Der für mehrere Hundert Millionen Euro georderte Impfstoff gegen die Schweinegrippe wird gut zwei Jahre nach Beginn der Pandemie schrittweise vernichtet. In Sachsen-Anhalt wurden bereits...
17.08.11
16 Millionen Dosen Schweine­grippe-Impfstoff werden vernichtet
Magdeburg – Rund 16 Millionen von den Bundesländern gemeinsam eingelagerte Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix sollen entsorgt werden. Sachsen-Anhalt sei damit beauftragt worden, bundesweit...
15.07.11
Rotterdam – Die Impfung gegen das pandemische Influenzavirus H1N1 2009 hat nicht zu dem befürchteten Anstieg von Guillain-Barré-Syndromen geführt. Dies geht aus dem Abschlussbericht des...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in