Adipöse versterben eher an der Schweinegrippe
Freitag, 7. Januar 2011
Sacramento – Für diejenigen, die sich im Jahr 2009 mit dem pandemischen Influenzavirus H1N1 infiziert hatten, bedeutete deutliches Übergewicht ein fast dreifach erhöhtes Risiko, an der Infektion zu sterben.
Das geht aus einer Analyse von Daten der Gesundheitsbehörde in Kalifornien hervor. Die Studie von Wissenschaftlern des California Department of Public Health unter der Leitung von Janice Louie publiziert das Fachmagazin Clinical Infectious Deseases (doi: 10.1093/cid/ciq152) in seiner nächsten Ausgabe.
In ihrer Studie wollten sich die Autoren besonders mit an der sogenannten Schweinegrippe Erkrankten beschäftigen, die sich in einem kritischen Gesundheitszustand befanden oder sogar infolge der Infektion verstarben.
Ihnen fiel zunächst auf, dass viele dieser Patienten adipös waren. Daher wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob die Adipositas unabhängig von ihren Komorbiditäten, wie Herzerkrankungen, einen eigenständigen Risikofaktor für eine erhöhte Mortalität der schwer infizierten Patienten darstellt.
Dazu verwendeten sie Daten der kalifornischen Gesundheitsbehörde über die meldepflichtige Erkrankung, die sowohl klinische als auch demographische Informationen der über 500 wegen der Grippe hospitalisierten Patienten enthielt.
Dann filterten sie die über 20 jährigen Patienten noch mal nach Body Mass Index, jeweils nach mäßiger (BMI ≥ 30) beziehungsweise schwerer Adipositas (BMI ≥ 40), sowie nach sonstigen Begleiterkrankungen.
Zunächst stellten sie fest, das rund die Hälfte der in Kalifornien an der Schweinegrippe Erkrankten auch gleichzeitig adipös war, was in etwa das Doppelte der gesunden kalifornischen Bevölkerung entspricht. Von den 92 Fällen, die aufgrund der Grippe starben, zeigten 61 Prozent eine mäßige und 30 Prozent eine massive Adipositas.
Daher sollten sich adipöse Patienten, die von dem Influenza-Virus infiziert sind oder sich in einem Umfeld mit Erkrankten aufhalten, unbedingt jährlich impfen lassen, betonen die Autoren. Auch Ärzte müssten solche Patienten möglichst rasch behandeln und ihnen Prioritäten einräumen, wenn Impfstoffe knapp werden sollten.
Erst-Autorin Janice Louie fügte hinzu, dass jetzt weitere Studien folgen müssten, die den Bezug zwischen Adipositas und dem H1N1-Virus näher erforschen.
© hil/aerzteblatt.de
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