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Spagat zwischen Pflege und Beruf blockiert Arbeits­markt-Reserven

Freitag, 7. Januar 2011

Gelsenkirchen – Der mehrfachen Belastung von Arbeitnehmern, die gleichzeitig ihre Eltern oder andere Angehörige pflegen müssen, wird bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Auffassung vertreten Wissenschaftler des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Ein erheblicher Anteil aller pflegenden Angehörigen im erwerbstätigen Alter sei berufstätig, berichtet das IAT. In Zukunft werde die Zahl der Berufstätigen noch steigen, die neben dem Job mit der Pflege und Versorgung eines Angehörigen betraut seien.

Die bislang bestehenden Pflege- und Versorgungsdienstleistungen sollten daher um Ansätze ergänzt werden, die an den spezifischen Belangen von Unternehmen und Mitarbeitern ausgerichtet sind.

„Eine solche Lösung kann nicht von einer Seite allein erwartet werden, sondern es müssen Modelle entwickelt und erprobt werden, die im Sinne eines geeigneten Wohlfahrtsmixes sowohl die Unternehmen und Arbeitnehmervertretungen als auch die öffentliche Hand und die Kostenträger mit einbeziehen, um gemeinschaftlich getragene Lösungsansätze zu erarbeiten“, hieß es aus dem IAT.

Laut Statistik werde die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,2 Millionen im Jahr 2007 auf 2,9 Millionen im Jahr 2020 und etwa 3,4 Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Ließen sich in der Generation der in die Jahre gekommenen sogenannten Baby-Boomer die familienbezogenen Pflege- und Unterstützungsleistungen noch häufig auf mehrere Schultern verteilen, so werde es spätestens dann zu erheblichen Versorgungsengpässen kommen, wenn die Baby-Boomer selbst in den Ruhestand gingen. © hil/aerzteblatt.de

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