Organspende: Unionspolitiker für erweiterte Zustimmungsregelung
Freitag, 7. Januar 2011
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| ddp |
Berlin – Führende Unionspolitiker wollen beim Thema Organspende aktiv werden und Änderungen an den jetzigen Regelungen erreichen.
So tritt Unionsfraktions-Chef Volker Kauder (CDU) dafür ein, die Bereitschaft zur Organspende bei der Beantragung von Führerscheinen und Personalausweisen abzufragen. Weiter will er die Ärzteschaft stärker als bislang einbeziehen.
Grundsätzlich soll an der derzeit in Deutschland geltenden „erweiterten Zustimmungsregelung“ festgehalten werden. Dabei dürfen Mediziner Organe nur entnehmen, wenn der Spender vorab ausdrücklich zugestimmt hat oder die Angehörigen einwilligen.
Kauder will am Dienstag mit dem Berliner Herzchirurgen Reinhard Pregla und AOK-Experten in Berlin für eine größere Bereitschaft zur Organspende werben. Seit langem beschäftigt die im europäischen Vergleich niedrige Organspenderate in Deutschland die Politik.
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Eine Änderung des Transplantationsgesetzes wird dabei gelegentlich gefordert, ist aber umstritten. Dabei geht es um eine sogenannte Widerspruchslösung, bei der eine Organentnahme möglich würde, wenn kein ausdrücklicher Widerspruch vorliegt.
Seit August 2010 gibt es eine neue Debatte um Organspenden in Deutschland; damals hatte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier angekündigt, seiner schwer erkrankten Ehefrau eine Niere zu spenden. Mitte Oktober kehrte der frühere Außenminister in das politische Geschäft zurück.
In Deutschland gab es 2009 laut Deutsche Stiftung Organtransplantation 14,9 Organspender pro eine Million Einwohner. Der EU-Durchschnitt liegt bei 18,3 Organspenden pro eine Million Einwohner. Spitzenreiter sind Spanien (34,4) und Portugal (31), Schlusslichter sind Bulgarien (1,5) und Rumänien (2).
© kna/aerzteblatt.de
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