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Passivrauchen kann Blutdruck bei Kindern erhöhen

Dienstag, 11. Januar 2011

Heidelberg – Passivrauchen hat bereits im Vorschulalter einen nachweisbaren Effekt auf den Blutdruck. Zu diesem Ergebnis kommt eine Querschnittsstudie in Circulation (2011: doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.110.958769).

In Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis war bei insgesamt 4.236 Mädchen und Jungen bei der Einschulungsuntersuchung zusätzlich der Blutdruck gemessen worden. Die Gruppe um Privatdozentin Elke Wühl vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg setzte die Ergebnisse mit den Angaben der Eltern zur Passivrauchexposition in Beziehung, die über einen Fragebogen erfasst wurden: In 29 Prozent der Familien rauchte der Vater, in 21 Prozent die Mutter und in 12 Prozent beide Elternteile.

Die Exposition mit Passivrauch war signifikant mit den Blutdruckwerten der Fünf- bis Sechsjährigen assoziiert. Kinder, die zu Hause dem Zigarettenrauch ihrer Eltern ausgesetzt waren, hatten ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko für einen hohen Blutdruck. Vor allem das Rauchen der Mütter beeinflusste den Blutdruck negativ, vermutlich weil sie eher zu Hause rauchen als die Väter, die bevorzugt am Arbeitsplatz zur Zigarette greifen.

Das Risiko steht in einem Kontext zu anderen etablierten Risikofaktoren, die in der Studie ebenfalls deutlich wurden. Danach steigert ein erhöhter Body-Mass-Index der Kinder das Risiko um 26 Prozent. Ein niedriges Geburtsgewicht war mit einem um 35 Prozent, eine elterliche Hypertonie mit einem um 58 Prozent erhöhten Risiko auf einen erhöhten Blutdruck des Kindes assoziiert.

Bei mehreren vorliegenden Risikofaktoren summierte sich der Effekt auf den Blutdruck, berichten die Autoren. Sie führen die Blutdrucksteigerung auf die Auswirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin und auf eine Abnahme des Wirkstoffs Stickoxid in der Gefäßwand zurück, der die Gefäße normalerweise relaxiert.

Welche nachteiligen Auswirkungen ein höherer Blutdruck im Kindesalter auf Dauer hat, lässt sich schwer abschätzen. Langzeitstudien zum kardiovaskulären Risiko an großen, bis ins Erwachsenenalter verfolgten Kohorten gibt es nach Auskunft von Wühl nicht.

Er sei aber zu befürchten, dass hypertensive Kinder auch als Erwachsene hypertensiv sind und  frühzeitig eine Atherosklerose entwickeln. Die meisten Studien jedenfalls zeigen, dass die kumulative Zeitdauer eines unbehandelten Bluthochdrucks entscheidend für Manifestationsalter und Schweregrad der späteren kardiovaskulären Schädigung ist.

Die Heidelberger Kinderärzte warnen Eltern davor, ihre Kinder Tabakrauch auszusetzen, da dies langfristige schädliche Folgen haben könne. Wichtig sei zudem, weitere Risikofaktoren wie Übergewicht zu reduzieren. © rme/aerzteblatt.de

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