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Britischer Oberrabbiner: Kein Organspendeausweis für Juden

Mittwoch, 12. Januar 2011

London – Der britische Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks hält das Tragen von Organspendeausweisen für unvereinbar mit jüdischem Recht. Laut Bericht der Tageszeitung Guardian vom Mittwoch ist sein Erlass der Schlusspunkt einer jahrelangen Debatte innerhalb internationaler Rabbinerorganisationen über die angemessene Entnahme von Organen bei jüdischen Gläubigen.

Sacks begründete seine Ablehnung mit der Definition des medizinischen Todes; dieser trete nach jüdischem Recht nach Herzstillstand ein. Nur unter dieser Voraussetzung sei es Juden erlaubt, Organe zu spenden.

Organentnahme nach einem Hirntod sei dagegen nicht mit dem Recht vereinbar. Da jedoch das bestehende britische Organspendesystem diese Unterscheidung nicht zulasse, sei das Tragen von Organspendeausweisen nicht akzeptabel, argumentiert Sacks.

Andere Rabbiner akzeptieren dagegen laut Guardian auch Organentnahme nach einem Hirntod. Unter solchen Umständen entnommene Organe seien oft besser für Transplantationen geeignet. Der britische Medizinerverband (BMA) kritisierte Sacks' Entscheidung.

Ein Sprecher sagte, der Erlass könne die Zahl der Organspender verringern und so Leben gefährden. Er forderte Sacks auf, seine Position zu überdenken und „sich mit Transplantationsexperten zu treffen und zu besprechen, wie man eine Erhöhung angemessener Organentnahmen erzielen kann“.

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Sacks' Erlass komme einer Kehrtwende gleich, meint der Guardian. Bis vor kurzem habe der Oberrabbiner der staatlichen Blut- und Transplantationsbehörde Unterstützung zugesagt. © kna/aerzteblatt.de

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