Nach Lebertransplantation entwickelt jeder zweite ein metabolisches Syndrom
Mittwoch, 12. Januar 2011
Beilinson – 52 Prozent der Lebertransplantierten entwickeln nach dem Eingriff ein metabolisches Syndrom. Vor der Transplantation hatten nur fünf Prozent der Patienten ein solches, aber die Raten der Adipositas, Hypertriglyceridämie, Hypertonie und des Diabetes mellitus waren nach der Transplantation wesentlich höher. Das geht aus einer Studie israelischer Wissenschaftler um Ben Ari von dem Beilinson Hospital in der Fachzeitschrift Liver Transplantation (DOI: 10.1002/lt.22198) hervor.
Bekanntermaßen können immunosuppressive Medikamente wie Calcineurin-Hemmer und Kortikosteroide den Appetit steigern und so zu Gewichtszunahme und Insulin-Resistenz beitragen.
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie die Daten von 252 Patienten, die zwischen 1985 und 2007 eine Lebertransplantation erhielten. Die Forscher analysierten prä- und postoperativ klinischen Daten der Patienten wie Größe, Gewicht, Taillenumfang, Diabetes mellitus, Hypertonie oder Hyperlipidämie.
Die Forscher diagnostizierten das posttransplantorische metabolische Syndrom (PTMS), wenn mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt waren: vergrößerter Taillenumfang, erhöhte Serum-Triglyceride, erhöhter Blutdruck, erhöhte Serumglucose oder ein erhöhter BMI.
„Wir fanden bedeutsam höhere Raten von Adipositas, Hypertriglyceridämie, Hypertonie, Diabetes mellitus und niedriges HDL-Cholesterin bei Patienten im Anschluss an eine Lebertransplantation“, sagte Ari. Die Forscher entdeckten außerdem, dass die Patienten mit posttransplantorischem metabolischem Syndrom älter waren, als die Personen ohne postoperatives metabolisches Syndrom.
Patienten mit posttransplantorischem metabolischem Syndrom erlitten mit 15 Prozent gegen fünf Prozent der Betroffenen postoperativ häufiger schwere Gefäß- und Herzereignisse als diejenigen ohne PTMS. © hil/aerzteblatt.de
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