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Licht vor dem Einschlafen beeinflusst Blutdruck und Diabetes-Risiko

Montag, 17. Januar 2011

Boston – Elektrisches Licht zwischen Dämmerung und Schlafenszeit senkt die Melatonin-Konzentration im Blut und könnte möglicherweise Prozesse wie Schläfrigkeit, Thermoregulation, Blutdruck und den Glukosestoffwechsel beeinflussen.

Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Joshua Gooley von der Harvard Medical School in Boston. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (doi:10.1210/jc.2010-2098).

Melatonin ist ein Hormon, das hauptsächlich nachts von der Epiphyse produziert wird. Es reguliert den Schlaf-Wachrhythmus, senkt den Blutdruck und die Körpertemperatur. Außerdem ist es eine Therapieoption bei Schlaflosigkeit, Hypertonie und Krebserkrankungen. „Täglich entschließen sich Millionen von Menschen, das Licht vor dem Zu-Bett-Gehen und während der normalen Schlafenszeit anzulassen“, sagte Gooley. Die Studie habe gezeigt, dass dieses Licht eine starke suppressive Wirkung auf das Hormon Melatonin ausübt. Dies könnte die Schlafqualität, die Körpertemperatur, den Blutdruck und die Glukosekonzentration beeinflussen, erklärte der Wissenschaftler.

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In ihrer Studie beobachteten die Forscher 116 gesunde Probanden im Alter von 18-30 Jahren, die an fünf aufeinanderfolgenden Tagen acht Stunden vor ihrer Schlafenszeit elektrischem Licht oder gedämpftem Licht ausgesetzt wurden.

Die Wissenschaftler platzierten einen intravenösen Katheter in die Unterarme der Studienteilnehmer und sammelten so kontinuierlich alle 30 bis 60 Minuten das Plasma der Probanden, um die Melatonin-Konzentrationen zu bestimmen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Melatonin-Konzentrationen um 50 Prozent sanken, wenn das Licht während der normalen Schlafenszeit angeschaltet blieb. „In Anbetracht dessen, dass die chronische Unterdrückung von Melatonin das relative Risiko für einige Krebsformen erhöht und dass Melatonin-Rezeptor-Gene zu Diabetes Mellitus führen können, gibt unsere Studie auch wichtige Gesundheitsimplikationen für Schichtarbeiter, die über viele Jahre nachts bei Licht arbeiten“, sagte Gooley.

Weitere Forschungsarbeiten seien jedoch noch erforderlich, um die Mechanismen erklären zu können, die den Glukose-Stoffwechsel beeinflussten und die Rolle der Melatonin-Suppression auf Krebsprozesse zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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