Paris – 60 Prozent der Franzosen ziehen einen Ausbau der Palliativmedizin einer Legalisierung von Sterbehilfe vor. Das ist das Ergebnis einer vom Meinungsforschungsinstitut Opinion Way durchgeführten Umfrage, wie die Wochenzeitung La Vie berichtet. Mit 73 Prozent lehnten den Angaben zufolge besonders ältere Menschen aktive Sterbehilfe ab.
Die Mehrheit der Befragten habe erhebliche Bedenken, dass die Gesellschaft künftig legal beschließen könne, einen Menschen zu töten. 57 Prozent fürchteten, dass Kranke ohne Einwilligung getötet oder ihr Einverständnis erzwungen werden könnte. Am 25. Januar berät der französische Senat über einen Gesetzentwurf zu aktiver Sterbehilfe.
Nach Angaben von La Vie ist es das erste Mal, dass in einer Meinungsumfrage beide Möglichkeiten von Sterbehilfe gegenübergestellt wurden. Die Befragten konnten sich demnach zwischen Palliativmedizin, die die Schmerzlinderung und die psychologische Begleitung der Kranken umfasst, und aktiver Sterbehilfe entscheiden, bei der dem Leben mit Hilfe eines tödlichen Medikaments ein Ende gesetzt wird.
In früheren Umfragen sei ausschließlich gefragt worden, ob man bei unerträglichen Schmerzen die Möglichkeit zu aktiver Sterbehilfe befürworte. Daher hätten in einer Umfrage vom Oktober noch 94 Prozent der Befragten eine Legalisierung aktiver Sterbehilfe befürwortet, heißt es.
Die Umfrage habe darüber hinaus ergeben, dass viele Menschen noch immer zu wenig über ihre Rechte am Lebensende informiert seien. Mehr als zwei Drittel gaben an, sie wüssten nicht, dass sie die Fortsetzung einer aussichtslosen Behandlung ablehnen könnten. Auch über die Möglichkeiten der Palliativmedizin seien viele nicht ausreichend informiert.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.