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IQWiG warnt vor Risiken allogener Stammzell­transplantationen bei multiplem Myelom

Freitag, 21. Januar 2011

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die vorläufigen Ergebnisse zur Bewertung des Nutzens von Stammzelltransplantationen bei Patienten mit multiplem Myelom vorgelegt. Ziel der Untersuchung ist es, verschiedene Varianten der Stammzelltransplantation miteinander zu vergleichen.

Demnach scheint eine zweimalige Übertragung mit patienteneigenen Stammzellen im Vergleich zu einer eimaligen Transplantation die Zeit bis zu einem Rückfall zwar zu verlängern, die allogene Stammzellübertragung von verwandten Spendern gebe aber Anlass zur Vorsicht. „Nach den Daten könnte eine allogene Transplantation mit einer aggressiven Vorbehandlung die Lebenserwartung der Patienten im Vergleich zur Transplantation eigener Stammzellen sogar verkürzen“, warnt das IQWiG.

Sicher nachgewiesen sei, dass die von einer anderen Person stammenden Zellen bei manchen Patienten eine Abstoßungsreaktion auslösen, die tödlich enden kann. Diese Nebenwirkung könne bei einer Übertragung eigener Zellen nicht auftreten.

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In diesem Zusammenhang verwies das Institut darauf, dass man lediglich 15 geeignete Studien finden konnte, die sich für eine Nutzenbewertung eigneten. „Für viele der untersuchten Therapievergleiche ließen die Studien jedoch keine verlässlichen Aussagen zu. Zur Lebensqualität fanden sich überhaupt keine Daten“, so das IQWiG. Es plädierte vor diesem Hintergrund dafür, allogene Transplantationen bei Patienten mit multiplem Myelom nur im Rahmen von Studien vorzunehmen, die klare Aussagen über Nutzen und Schaden erlauben.

Interessierte Personen und Institutionen können noch bis zum 16. Februar schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht abgeben. hil © hil/aerzteblatt.de

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