Ausland

Französischer Premierminister gegen aktive Sterbehilfe

Montag, 24. Januar 2011

Paris – Der französische Premierminister Francois Fillon hat sich gegen einen Gesetzentwurf von Senatoren zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe gewandt. Der Gesetzentwurf sei gefährlich, weil er unpräzise sei und damit die Unsicherheit bei Sterbenskranken und Pflegepersonal noch verstärke, schrieb Fillon in einem am Montag von der Zeitung Le Monde veröffentlichten Namensartikel. Der Premierminister sprach sich für einen Ausbau der sterbebegleitenden Palliativmedizin aus. Der französische Senat will ab Dienstagabend über den Gesetzentwurf beraten. 

Fillon erklärte, die geltenden Gesetzesregelungen von 2005 reichten aus. Sie verhinderten, dass unvernünftige medizinische Handlungen vorgenommen würden, wenn keine Aussicht auf Therapie mehr bestehe.

Darin sei auch das Recht der Kranken festgeschrieben, zu verlangen, dass Behandlungen begrenzt oder eingestellt würden. Bei willensunfähigen Patienten könnten dafür auch Patientenverfügungen herangezogen werden. Er sei der Auffassung, dass eine Gesellschaft nicht so weit gehen dürfe, Gesetze darüber zu erlassen, wem das Recht zukomme, jemanden den Tod zu geben, so Fillon. 

Der Sozialausschuss des französischen Senats hatte vor einer Woche einem Gesetzentwurf zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Frankreich zugestimmt. Laut dem Entwurf sollen Erwachsene im fortgeschrittenen oder Endstadium einer Krankheit mit unerträglichen Leiden medizinische Hilfe für einen schnellen und schmerzfreien Tod erhalten können. Die Ausschussmitglieder stimmten mit 25 Stimmen für den Text, 19 waren dagegen und 2 enthielten sich. © kna/aerzteblatt.de

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