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Tuber­kulose-Impfstoff schützt prä- und post­expositionell

Montag, 24. Januar 2011

Kopenhagen – Dänische Wissenschaftler haben einen Tuberkulose-Impfstoff entwickelt, der auch nach einer Infektion wirksam ist. In tierexperimentellen Versuchen in Nature Medicine (2011; doi:10.1038/nm.2285) wurde eine Reaktivierung einer latenten Tuberkulose verhindert.

Der Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte BCG-Impfstoff kann nur vor einer Neuinfektion schützen. In vielen Entwicklungsländern ist jedoch der Großteil der Bevölkerung latent mit Mycobacterium tuberculosis infiziert.

Eine Reaktivierung, zu der es etwa bei 10 Prozent der Infizierten im Verlauf des Lebens kommt, konnte bisher durch eine Impfung nicht verhindert werden. Der Grund für die Ineffektivität des BCG-Impfstoffs und anderer Impfstoffe sieht Peter Andersen vom Statens Serum Institute in Kopenhagen in den Angriffspunkten.

Die Immunantwort sei gegen Antigene wie Ag85B gerichtet, die die Erreger nur in der Frühphase der Infektion exprimiere. Die dänischen Forscher haben ihre experimentelle H56-Vakzine deshalb zusätzlich mit dem Protein Rv2660c ausgestattet, das in der latenten Phase der Infektion exprimiert wird.

Bei Mäusen wurde nach einer Impfung eine T-Zell-Antwort gegen den Tuberkuloseerreger erzielt. In zwei Mäusemodellen senkte die H56-Vakzine die bakterielle Last, eine Reaktivierung der latenten Tuberkulose wurde verhindert. Ob dies auch beim Menschen gelingt, müssen jetzt klinische Studien zeigen. Eine Phase-I-Studie mit dem IC31® getauften Impfstoff soll demnächst beginnen. © rme/aerzteblatt.de

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