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Pankreas-NET: Drei Gene bestimmen Überleben

Montag, 24. Januar 2011

Baltimore – Die Sequenzierung von neuroendokrinen Tumoren (NET) liefert wichtige prognostische Hinweise. Laut der Publikation in Science (2011; doi: 10.1126/science.1200609) verbessern Mutationen in drei Genen die Überlebenschancen deutlich. Genetische Veränderungen im mTOR könnten zu neuen Therapieansätzen führen.

NET sind insgesamt sehr selten. Ihr Anteil an den Pankreastumoren wird mit etwa 5 Prozent angegeben. Die Prognose ist jedoch wesentlich günstiger als bei den Karzinomen. Und während bei den meisten anderen Krebserkrankungen Mutationen mit einer Verschlechterung der Überlebenschancen einhergehen, werden sie bei den NET verbessert, wie die Gruppe um Ralph Hruban und Nickolas Papadopoulos von den Johns Hopkins Medical Institutions in Baltimore herausgefunden haben.

Die Forscher haben sämtliche Exone, also die proteinkodierenden Abschnitte der DNA, entschlüsselt. Dabei fanden sie inaktivierende Mutationen in den Genen MEN-1, DAXX und ATRX. Mit einem Anteil von 44 Prozent, 25 Prozent und 18 Prozent waren die Mutationen nicht selten. Alle Gene greifen in das „Chromatin-Remodeling“ ein. Das ist der Prozess, bei dem die DNA zwischen den Zellteilungen platzsparend auf bestimmte Proteine, die Histone, „aufgefädelt“ werden.

Alle Träger der Mutationen überlebten die Diagnose um mindestens zehn Jahre, während es bei den anderen Patienten zu 60 Prozent innerhalb von 5 Jahren zum Tod kam. Die Forscher erhoffen sich aus der näheren Analyse der Mutationen deshalb neue Anregungen zur Tumortherapie. Wirkstoffe sind hier aber noch nicht in Sicht.

Dagegen dürfte ein weiterer Befund kurzfristig das Interesse der klinischen Forschung erregen. Bei 14 Prozent der Tumoren entdeckten die Wissenschaftler Mutationen im mTOR-Stoffwechselweg. mTOR ist die Abkürzung für „mammalian target of rapamycin“. Hier setzt der bereits zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms zugelassene mTOR-Inhibitor Everolimus ein. Ob er auch beim NET wirksam ist, könnte deshalb schon bald Gegenstand klinischer Studien sein. © rme/aerzteblatt.de

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