Multiple Sklerose: EMA empfiehlt Zulassung von Fingolimod
Montag, 24. Januar 2011
London – Nach der Zulassung der US-amerikanischen Arzneibehörde FDA hat jetzt die europäische EMA für den Wirkstoff Fingolimod eine Empfehlung zur Zulassung ausgesprochen. Der Einsatz des ersten oral verfügbaren MS-Medikaments wird jedoch auf wenige Patienten begrenzt. Die Zulassung des ebenfalls oral verfügbaren Wirkstoffs Cladribin wurde von der EMA abgelehnt.
Fingolimod ist ein Derivat von Myriocin, einem Stoffwechselprodukt aus dem Pilz Isaria sinclairii, der in der traditionellen chinesischen Medizin als Verjüngungsmittel eingesetzt wurde. Ursprünglich wurde Fingolimod als Immunsuppressivum nach Nierentransplantationen entwickelt, wo es nicht besser war als die bereits eingeführten Wirkstoffe.
Bei der multiplen Sklerose übertraf es in zwei Studien (NEJM 2010; 362: 387-401 und 402-415) die Wirkung von Interferon beta-1a, einem Standardmedikament. Die Schubfrequenz war im direkten Vergleich unter Fingolimod um die Hälfte niedriger und auch der Einfluss auf die T-2-Läsionen in der Kernspintomografie war wesentlich günstiger.
Dennoch wird Gilenya®, so der Präparatename, fast nur zur Zweitlinientherapie zugelassen bei Patienten mit hochaktiver schubförmiger multiplen Sklerose (RRMS), bei denen es unter der Therapie mit Beta-Interferonen nicht zu einer Verbesserung gekommen ist. Eine weitere Indikation ist eine rasch progrediente Erkrankung.
Der Grund für die Zurückhaltung der EMA ist in der beträchtlichen Toxizität des Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulators zu suchen. Fingolimod verhindert den Austritt von T-Zellen aus den Lymphknoten. Diese werden davon abgehalten ins Gehirn zu migrieren und dort die Myelin-Scheiden anzugreifen. Sie stehen dann allerdings auch nicht zur Abwehr von Krankheitserregern zur Verfügung.
In den Zulassungsstudien war es zu zwei tödlichen Herpesinfektionen gekommen: Ein Patient starb an Windpocken, der andere an einer Herpes-simplex-Enzephalitis. Beobachtet wurden auch Bradykardien und AV-Blocks, Hypertonie, Makulaödem, Hautkrebs und ein Anstieg der Leberenzyme.
Die infektiösen Komplikationen erinnern an die Erfahrungen mit Natalizumab, das ebenfalls, wenn auch über einen anderen Mechanismus, den Eintritt von Immunzellen ins Zentralnervensystem verhindert.
Natalizumab führt zu einer Abwehrlücke gegenüber dem JC-Virus, dessen zerebrale Infektion bei Gesunden in der Regel folgenlos bleibt, unter der Therapie mit Natalizumab jedoch zur progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) führen kann. Eine PML ist unter der Therapie mit Fingolimod noch nicht berichtet worden, unter Natalizumab tritt sie aber meist erst nach mehrjähriger Therapie auf.
Der zweite orale Wirkstoff, für den eine Zulassung beantragt wurde, ist Cladribin. Das Purinanalogon wurde bereits 1997 zur Behandlung der Haarzell-Leukämie eingeführt, wo es intravenös appliziert wird. Die Wirksamkeit einer oralen Zubereitung bei der multiplen Sklerose wurde durch zwei randomisierte Studien gut dokumentiert.
Die Studien zeigten aber auch eine hohe Rate von Lymphozytopenien, der bei der Haarzell-Leukämie in höherer Dosierung erwünschten Wirkung. Außerdem kam es in den Studien bereits unter der niedrigen Dosierung zu drei Krebserkrankungen: Einem Melanom, einem Pankreaskarzinom und einem Ovarialkarzinom. Eine vierte Patientin erkrankte an einem Carcinoma in-situ der Cervix uteri.
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Wenn Fingolimod bereits zugelassen ist warum will mich dann eine ganz berühmte Uniklinik für diese Studie haben??? Ich betone nochmals STUDIE, die immer noch läuft!!! Wenn man zugesagt hat, bekommt schon jemand eine Prämie mehr.Weil zu wenig Menschen bereit sind sich als Versuchskaninchen zu opfern werden ihnen eben falsche Tatsachen vorgespielt, so macht mans sich leichter. Wenn gesagt wird, daß das Medikament schon zugelassen ist, sind viel mehr Menschen bereit es auch zu einzunehmen. Damit macht die Pharmaindustrie mehr Geld und drum geht es ja und nicht ob einer dran kripiert. Und das passiert mit allen andern Medikamenten genauso. Man darf einfach nicht zu naiv sein, weil jemand mit einem weißem Kittel vor einem steht. Im Grunde ist jeder Patient selbst für sich verantwortlich. Hallooo, wieso muß man denn immer eine Einverständnisserklärung unterschreiben???
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