Schlaganfallrisiko bei Patienten mit HIV-Infektion erhöht
Dienstag, 25. Januar 2011
San Diego – HIV-infizierte Personen könnten mit bis zu dreifach höherer Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall bekommen als Personen ohne HIV-Infektion. Das berichten Wissenschaftler um Bruce Ovbiagele von der San Diego School of Medicine in der Zeitschrift Neurology (doi:10.1212/WNL.0b013e31820a0cfc).
Die Wissenschaftler werteten in ihrer Studie die nationalen Daten von allen Patienten mit einem Schlaganfall zwischen 1997 und 2006 aus. Sie fanden so heraus, dass die absolute Zahl der Schlaganfalldiagnosen in der Allgemeinbevölkerung in dieser Zeit um sieben Prozent sank (von 998.739 auf 926.997), während die Anzahl der Schlaganfälle bei HIV-Infizierten um 67 Prozent anstieg (von 888 auf 1.425).
Bei den HIV-Patienten nahm besonders der Anteil der ischämischen Schlaganfälle zu. „Im Allgemeinen sind Schlaganfälle bei Patienten mit HIV unüblich, deswegen ist dieser Anstieg bemerkenswert“, sagte Ovbiagele.
Er bemerkte außerdem, dass der untersuchte Zeitabschnitt mit dem Erscheinen und Gebrauch der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) einhergeht. Möglicherweise könnten diese Medikamente mit metabolischen Komplikationen und einem höheren Schlaganfallrisiko assoziiert sein.
„Der Anstieg der HIV-Schlaganfall-Rate könnte aber auch einfach darin begründet sein, dass Patienten länger leben“, sagte Ovbiagele. Jedoch lag das durchschnittliche Schlaganfalls-Alter bei HIV-Patienten bei etwa 50 Jahren. Außerdem gehe eine HAART einher mit erhöhten Lipid- und Glukosekonzentrationen, was ein Risikofaktor für einen ischämischen Schlaganfall sei.
Die Wissenschaftler planen weitere Studien, um die Auswirkungen der HAART auf das Schlaganfall-Risiko von HIV-Patienten zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de
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