Mainz – Wie sich sogenannte Nanoteilchen mit der komplexen Architektur der Atemwege auseinandersetzen, untersucht der Forschungsverbund „BIONEERS“ unter Leitung von Roland Stauber aus der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Mainz.
Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Münster und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin erforschen sie unter anderem, ob und wie Teilchen eventuell in Körperzellen gelangen und was sie dort auslösen könnten.
Die Nanotechnologie gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und nimmt damit Einfluss auf zahlreiche Entwicklungen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Sie ist weltweit einer der Wachstumsmärkte der Zukunft. Nanopartikel sind etwa so groß wie typische Biomoleküle und können deshalb von den Zellen aufgenommen werden.
„Was passiert jedoch in einer Zelle, die Nanopartikeln ausgesetzt ist? Über welche Wege werden die winzigen Teilchen von der Zelle aufgenommen? Wie können sie die Ordnung in den Zellen stören und was bedeutet dies letztlich für den Menschen?“, erläuterte Stauber einige der zentralen Forschungsfragen.
Viele Nanoteilchen – etwa in Sprays oder im Feinstaub – verbreiteten sich hauptsächlich über die Luft. Die Atemwege seien die Haupteintrittspforte für Luftschadstoffe und –partikel und eine der am empfindlichsten auf Schadstoffe und Partikel reagierenden Organe.
„Gerade daher erfordert die Nutzung der immensen Potenziale einen verantwortungsvollen Umgang mit der Materie. Denn wie der menschliche Körper auf die ‚Winzlinge aus der Nano-Welt’ reagiert ist bislang nicht hinreichend untersucht“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.
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