Vermischtes

Angeklagte Ärztin tötete sich mit Morphium-Infusion

Dienstag, 25. Januar 2011

Hildesheim – Die wegen 13-fachen Totschlags angeklagte Internistin Mechthild B. hat sich nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hildesheim in der Nacht zum Montag mit einer Morphiuminfusion getötet.

Um letzte Klarheit zu gewinnen, ordnete die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben heute eine Obduktion der 61-Jährigen an. Die Medizinerin musste sich seit mehr als einem Jahr vor dem Landgericht Hannover verantworten, weil sie in den Jahren 2001 bis 2003 Patienten ohne deren Einwilligung einen tödlichen Medikamentenmix aus Morphium und Valium verabreicht haben soll.

Wie die Staatsanwaltschaft heute weiter mitteilte, schrieb die Ärztin vor ihrem Tod mehreren Bekannten Abschiedsbriefe. Das Motiv für den Freitod war demnach das gegen sie gerichtete Strafverfahren.

Das Landgericht hatte in der vergangenen Woche in einer Zwischenbilanz darauf hingewiesen, dass in zwei Fällen auch eine Verurteilung wegen Mordes infrage komme, weil B. die tödliche Dosis ohne Rücksprache mit den Betroffenen verabreichte hatte, obwohl diese laut Gericht ansprechbar und klar waren.

Damit drohte der Ärztin nicht nur eine lebenslange Haftstrafe, sondern auch, wieder in Untersuchungshaft zu kommen. Ein Bekannter der Ärztin fand deren Leiche am gestern Nachmittag in ihrem Haus in Bad Salzdetfurth. © hil/aerzteblatt.de

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aquanixe2004
am Mittwoch, 26. Januar 2011, 15:08

Wo bleibt hier unser Rechtsstaat ?

Nach großer medientauglicher Hetzjagd der Justitz auf eine Kollegin ist sie nun vorverurteilt in den Freitod gegangen.

Welch Mediziner fürchtet heute diese Meuchler nicht, die jeden Verdacht auf medizinisch mögliche Fehler gierig aufgreifen und nach möglichen Schuldigen durchleuchten und diese in den Tod jagen.

So werden schnell Ärzte zu Kriminellen vorverurteilt, zu Betrügern ab-gestempelt und zu bestechlichen Objekten degradiert.

So macht man sich als Staatsanwalt und Richter bei Presse und Politik beliebt und kann auf eine baldige Beförderung hoffen.

Leider bleibt der Rechtsstaat dabei oft auf der Strecke und die Kollegin nun auch.

Leittragende werden in Zukunft wieder die Schmerzpatienten sein, die im Gegensatz zu anderen Ländern zu geringe Schmerzdosen bekommen werden und leiden müssen !
w.strecker
am Mittwoch, 26. Januar 2011, 12:26

Fehlende Hilfe

Dass die Kollegin ihren Patienten nur Leid ersparen wollte,ist unstrittig.
Warum wurde Ihr darum bei dem Prozeß nicht geholfen,
während Kollegen, die keine Gnade mit Ihren Patienten kennen,
hofiert werden?
ahierl
am Dienstag, 25. Januar 2011, 22:16

Achtung vor jeglichem Leben!

Die Ärztin war zwar angeklagt, jedoch noch nicht verurteilt. Eine Parallele zu den "behandelten" Patienten drängt sich auf, die ja todgeweiht, jedoch noch nicht tot waren. Dieser Spannungsbogen ist kaum auszuhalten und kann mit einer Spritze deutlich verkürzt werden. Inwieweit Mord anzulasten gewesen wäre, hätte das Gericht klären sollen. Allein diese Vorstellung konnte die Ärztin nicht ertragen und wählte den rituellen Selbstmord. Die Fürsorgepflicht des Gerichts hat hier versagt, mehr kann man den Beteiligten nicht vorwerfen. Der Kommentar von harlekin2000 ist sehr emotional und versucht, Menschen, die ähnlich handeln wie die Ärztin, in Schutz zu nehmen. Hätte man wirklich von einer Anklage absehen sollen?
harlekin2000
am Dienstag, 25. Januar 2011, 18:52

Zufrieden???

Staatsanwaltschaft und Gericht dürfen zu frieden sein. Sie haben sie zur Strecke gebracht. Und morgen wird wieder ein chronischer Sexualstraftäter und Mörder aus der Haft entlassen und auf die Menschen losgelassen, weil er ja seine 2. Chance bekommen muss!! Richtig. Menschen, die versuchen ihre Aufgabe gut zu machen gehören angeklagt. Und Mörder, Pädophile und andere brauchen ihre 2. Chance. Rechts- staat nennt sich soetwas.
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