New York City – Durch Injektion eines insulinähnlichen Wachstumsfaktors in das Gehirn haben US-Forscher die Lernfähigkeit von Ratten verbessert. An die Experimente in Nature (2011; 469: 491-497) knüpft sich die Hoffnung auf die Entwicklung weniger invasiver neuer Behandlungsansätze für kognitive Erkrankungen.
Der „insulin-like growth factor II“ (IGF-II) wurde bisher nur mit der Zellteilung und der Wundheilung in Verbindung gebracht. Kürzlich hatte die Hirnforscherin Cristina Alberini vom Mount Sinai Hospital in New York das Hormon jedoch auch im Hippocampus nachgewiesen, wo es nach den aktuellen Befunden an der Gedächtnisbildung beteiligt ist.
In einem Versuchsaufbau erhielten Ratten immer dann einen leichten Stromschlag, wenn sie sich einem dunklen Bereich ihres Käfigs näherten. Nach einigen Versuchen lernten die Nager ihre Neugierde zu unterdrücken.
Dieser Lernakt war, wie die Untersuchung des Gehirns zeigte, mit einer vermehrten Bildung von IGF-II verbunden. Im nächsten Experiment injizierten die Forscher IGF-II in den Hippocampus der Tiere mit dem Ergebnis, dass diese schneller begriffen.
IGF-II wirkte allerdings nur während eines kurzen Zeitfensters in den ersten 24 Stunden nach dem Stromschlag. Dies ist nach Auskunft der Autoren die Konsolidierungsphase, in der Erinnerungen fest im Gehirn verankert werden.
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