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Neues Verfahren erleichtert Operateuren Orientierung im Hirn

Montag, 31. Januar 2011

Bonn – Ein neues Verfahren könnte Medizinern künftig die Orientierung im Gehirn erleichtern. Forscher der Universität Bonn und des Rehabilitationszentrums Godeshöhe haben die Navigationshilfe in einer Pilotstudie erprobt. In der Zeitschrift Neurosurgery (doi: 10.1227/NEU.0b013e31820a1a20) berichten sie über einen Parkinson-Patienten, den sie so erfolgreich operiert haben.

Neurochirurgen verlassen sich bei Operationen unter anderem auf detaillierte Hirn-Atlanten. Diese zeigen zwar den Normalzustand, nicht aber die individuellen anatomischen Verhältnisse im Schädel des Patienten.

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„Der Kabelstrang, für den wir uns bei der Parkinson-Erkrankung interessieren, liegt rund acht Zentimeter unter der Schädeldecke im so genannten Thalamus“, erklärte der Bonner Neurochirurg Volker Coenen. Doch wo liegt der Kabelstrang zur Implantation für die Elektrode des Tiefen Hirnstimulators genau?

Die direkte Sicht ist dem Chirurgen versperrt: Die Operationsöffnung in der Schädeldecke misst nur wenige Millimeter. Außerdem befindet sich sein Ziel anderthalb Handbreit unter der Hirnoberfläche. Doch selbst wenn er freie Sicht hätte, könnte er das Nervenbündel mit bloßem Auge nicht ausmachen. Dazu hebt es sich nicht genug von der umgebenden Hirnmasse ab.

In ihrer Pilotstudie haben die Autoren daher bei einem 73-Jährigen vor der OP den Schädel mit einem speziellen Magnetresonanztomographie-Verfahren durchleuchtet. Damit lässt sich unter anderem feststellen, in welche Richtungen das Wasser im Hirngewebe diffundiert. Nervenstränge sind für die Gewebsflüssigkeit ein Hindernis, sie kann lediglich daran entlang fließen.

Diese gerichteten Wasserströme werden im Tomographiebild sichtbar. Die Ärzte erstellten so eine individuelle Landkarte des Gehirns ihres Patienten. Darin war auch das entsprechende Nervenbündel im Thalamus eingezeichnet. Bei der Operation konnten sie die Elektrode daher exakt an die passende Stelle schieben.

Die Elektrode endet in vier Kontakten, die jeweils einige Millimeter auseinander liegen. „Wir haben nun jeden dieser Kontakte einzeln gereizt und dann die Wirkung auf den Tremor untersucht“, sagte Coenen. Das Resultat war eindeutig: Das Zittern ließ sich umso besser kontrollieren, je geringer der Abstand des gereizten Kontakts zum Kabelstrang war.

„Das Nervenbündel im Thalamus ist also tatsächlich die Struktur, auf die es bei der Operation ankommt“, resümierte der Neurochirurg. „Wir wollen nun in einer umfangreicheren Studie überprüfen, ob uns unser Verfahren tatsächlich dabei hilft, die Elektroden korrekt zu platzieren.“ © hil/aerzteblatt.de

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