Stony Brook – Der Angiogenese-Hemmer Avastin® (Wirkstoff: Bevacizumab) steigert die Gefahr von tödlichen Nebenwirkungen einer Krebschemotherapie. Dies kam in einer Meta-Analyse im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2011; 305: 487-494)heraus. Ein Editorialist rätselt darüber, ob die Toxizität erklärt, warum Avastin bei vielen Malignomen zwar das rezidivfreie-, aber nicht das Gesamtüberleben verlängert.
Bevacizumab bindet den Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), mit dem Tumore die Bildung neuer Blutgefäße stimulieren, um ihm ihren wachstumsbedingt vermehrten Energiebedarf zu decken. VEGF greift aber auch in physiologische Funktionen ein, was eine Reihe von Nebenwirkungen von Bevacizumab erklärt.
Dazu gehören Wundheilungsstörungen, Blutungen, thromboembolische Ereignisse und (weniger plausibel zu erklären) eine Neutropenie. Krebspatienten dürften diese Risiken in Kauf nehmen, wenn Avastin ihnen das Leben retten würde. Dies ist allerdings bei metastasierten Erkrankungen nicht der Fall.
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Der Anstieg der FAE stellt den derzeitigen Einsatz bei metastasierenden Erkrankungen nicht infrage. Ausschlaggebend ist hier die Aussicht auf eine Lebenszeitverlängerung. Anders ist die Situation beim angestrebten Einsatz von Avastin in der adjuvanten Chemotherapie, wo bisher in Studien kein Nutzen (gynäkologische Tumoren) oder eher eine negative Wirkung (Darmkrebs) aufgetreten sind.
Hier müsste Bevacizumab vermutlich längerfristig eingesetzt werden, wie Daniel Hayes vom University of Michigan Comprehensive Cancer Center in Ann Arbor meint (JAMA 2011; 305: 506-508) und damit würden auch die Behandlungsrisiken steigen.
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