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Neue Parkinson-Gene

Mittwoch, 2. Februar 2011

Bethesda – Ein internationales Konsortium hat fünf neue Genvarianten entdeckt, deren Träger ein erhöhtes Risiko haben, an einem Morbus Parkinson zu erkranken. Gleichzeitig wurden in der Meta-Analyse im Lancet (2011: doi: 10.1016/S0140-6736(10)62345-8) sechs bekannte Loci bestätigt. Für einen Gentest ist es allerdings noch zu früh.

Der Morbus Parkinson tritt familiär gehäuft auf. Echte monogenetische Erkrankungen, bei der eine Mutation den Untergang der Zellen in der Substantia nigra erklärt, sind jedoch sehr selten. In dieser Situation bieten sich genomweite Assoziationsstudien (GWAS) an. Sie vergleichen das Erbgut von Patienten und Kontrollen an bestimmten Stellen, den Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP).

Die Gruppe um Andrew Singleton vom Labor für Neurogenetik der National Institutes of Health, Bethesda/Maryland, hat die Ergebnisse von insgesamt fünf GWAS zusammengefasst. Der Vergleich von 7,7 Millionen SNP an 12.386 Parkinson-Patienten und 21.583 gesunden Kontrollpersonen ergab insgesamt 11 “Treffer".

Die analytische Validität ist hoch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich an den Orten (oder in der Nähe) Gene befinden, die das Auftreten der Erkrankung begünstigen. Die klinische Validität ist dagegen gering: 20 Prozent der Patienten mit der höchsten Anzahl an Risikovarianten in den 11 identifizierten Loci haben eine um das Zweieinhalbfache höhere Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken, als die 20 Prozent, die die geringste Anzahl genetischer Risikofaktoren aufwiesen.

Ein klinischer Nutzen ist nicht gegeben. Ein Gentest würde die diagnostische Sicherheit auf einer ROC-Kurve (Receiver Operating Characteristic) von 0,5 (das entspricht dem Werfen einer Münze) auf 0,63 erhöhen. Das Ziel ist ein ROC-Wert von 1,0. Klinisch sinnvoll ist ein Test erst ab einem Wert von 0,8.

Für die Editorialisten Christine Klein und Andreas Ziegler von der Universität Lübeck liefert die Studie deshalb in erster Linie neue Anregungen zur Erforschung der Pathogenese der Erkrankung. Vor allem zwei Gene, SNCA und LRRK2, dürften das Interesse der Wissenschaftler wecken.

Der Ausfall dieser Gene war nämlich in früheren Studien mit seltenen monogenetischen Erkrankungen in Verbindung gebracht worden. Hier könnten sich Ansätze für eine Therapie verbergen. © rme/aerzteblatt.de

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