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Regierung: Mehr als 50 Prozent der Missbrauchsfälle im familiären Umfeld

Donnerstag, 3. Februar 2011

Berlin – Die Bundesregierung geht von einer „hohen Dunkelziffer“ beim sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aus. In der polizeilichen Kriminalstatistik für 2009 seien bundesweit etwa 13.000 Fälle ausgewiesen, teilte die schwarzgelbe Koalition in ihrem Zwischenbericht des Runden Tisches gegen sexuellen Kindesmissbrauch mit, wie die Bundestagspressestelle heute in Berlin mitteilte.

Wie viele Mädchen und Jungen aber trotz erhöhter Sensibilisierung der Bevölkerung für solche Straftaten tatsächlich unter sexuellem Missbrauch leiden, sei nicht bekannt. Polizeilich werden nur jene Fälle registriert, die zur Anzeige gebracht wurden.

Mehr als 50 Prozent der Missbrauchsfälle fanden den Angaben nach im familiären Umfeld statt. Zunehmend mehr Fälle werden aber auch aus medizinisch-therapeutischen Abhängigkeitsverhältnissen sowie in Erziehungs-, Betreuungs- und Ausbildungsverhältnissen bekannt.

Mädchen sind deutlich häufiger Opfer. Im Gegensatz zu Jungen erleiden sie auch deutlich häufiger den Missbrauch innerhalb der Familie. Im überwiegenden Teil aller Fälle sind Männer die Täter. Allerdings wird laut Schätzungen rund ein Drittel aller Missbrauchstaten nicht von Erwachsenen begangen.

Die Bundesregierung teilte außerdem mit, dass der Runde Tisch, der sich am 23. April vergangenen Jahres konstituiert hatte, bis Ende 2011 einen Abschlussbericht vorlegen will. Das Gremium setzt sich aus 60 Vertretern von Kinder- und Opferschutzverbänden, Familienverbänden, Schul- und Internatsträgern, der Freien Wohlfahrtspflege, der beiden großen christlichen Kirchen, der Wissenschaft und des Rechtswesens sowie aus Bund, Ländern und Kommunen zusammen. © dapd/aerzteblatt.de

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