Sydney – Kinder mit Typ-1-Diabetes mellitus sind fast zehnmal häufiger mit Enteroviren infiziert als gesunde Kinder. Dies ergab eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 342: d35). Die starke Assoziation ist ein Hinweis, aber kein Beweis auf eine virale Genese der Autoimmunerkrankung.
Die Inzidenz des Typ-1-Diabetes mellitus steigt in Europa derzeit um mehr als 3 Prozent pro Jahr, ohne dass es hierfür eine Erklärung gibt. Neben Umwelttoxinen und Nahrungsmitteln (beispielsweise Kuhmilch) werden immer wieder Viren als Ursache des Typ-1-Diabetes mellitus diskutiert.
Die bisher überzeugendsten Hinweise hierauf liefert jetzt eine Meta-Analyse der Forschergruppe um Maria Craig von der Kinderklinik Westmead in Sydney. Sie fasst 26 Studien zusammen, die Patienten mit zumeist neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes mellitus auf Infektionen mit Enteroviren hin untersucht hatte. Der Virusnachweis wurde mittels RNA-Sonden oder Proteinnachweis in Blut-, Stuhl- oder Gewebeproben durchgeführt.
Die Autoren fanden eine signifikante Assoziation sowohl mit einer Autoimmunität, die auf einen bevorstehenden Typ-1-Diabetes mellitus hinweist (Odds Ratio 3,7; 95-Prozent-Konfidenzintervall 2,1-6,8) als auch mit der Erkrankung selbst (Odds Ratio 9,8; 5,5-17,4).
Die Ergebnisse stehen im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die keine Assoziation zu serologischen Befunden ergaben. Serologische Studien suchen jedoch nur nach bestimmten Serotypen der Erreger, so dass ein Zusammenhang leicht übersehen werden kann, meint der Editorialist Didier Hober von der Universität Lille (BMJ 2011; 342: c7072). Der direkte Erregernachweis könnte hier beweiskräftiger sein.
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