Rösler gegen Aufstellverbot von Automaten in Gaststätten
Donnerstag, 10. Februar 2011
Berlin – Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will kein Aufstellverbot für Glückspielautomaten in Kneipen. Damit erteilte der FDP-Politiker am Donnerstag einem Vorstoß der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), eine Absage. „Es gibt intelligentere Lösungen als Aufstellverbote“, sagte Rösler den Ruhr Nachrichten vom Freitag.
Im Kampf gegen die Spielsucht unterstützte der Minister aber den Vorschlag, den Zugang zu Spielautomaten zu erschweren. „Ich halte die Einführung einer Spielerkarte für sinnvoll“, sagte Rösler. Mit einer solchen Chipkarte, die auch mit Geldbeträgen aufgeladen werden könnte, müssten Spielautomaten zunächst freigeschaltet werden.
„Bei der Ausgabe der Karte kann der Spielhallenbetreiber prüfen, ob die Person volljährig ist“, sagte Rösler. „Außerdem kann der Verlust begrenzt werden. Und es wird verhindert, dass eine Person an mehreren Automaten gleichzeitig spielt.“
Auch der Jugendschutz müsse verbessert werden. Dazu zählten Ausweiskontrollen, aber auch bessere Kenntnisse der Mitarbeiter in Spielhallen und Gaststätten. „Hier ist die Automatenbranche gefordert, ihre Anstrengungen weiter auszubauen“, sagte Rösler.
Rund 300.000 Menschen in Deutschland zeigten ein auffälliges Verhalten bei Glücksspielen. Automatenspieler stellten dabei die bei weitem größte Gruppe. „Dieses Problem dürfen wir nicht ignorieren“, sagte Rösler. Mit der Drogenbeauftragten sei er einig, den Spielerschutz beim Automatenspiel in Gaststätten und Spielhallen „deutlich zu verbessern“.
Dyckmans hatte ihren Vorstoß zum Abbau von Spielautomaten in Kneipen, Tankstellen, Einkaufszentren oder Flughäfen mit dem hohen Suchtpotenzial begründet. Besonders gefährdet seien Jugendliche. Der Jugendschutz werde „meist nicht eingehalten“.
© dapd/aerzteblatt.de
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