Berlin – Fast 500.000 Menschen in Deutschland sind laut einer Studie spielsüchtig. Die ersten Ergebnisse der Untersuchung der Universitäten Greifswald und Lübeck wurden am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Ein besonders hohes Risiko bergen nach Aussage der Experten Geldspielautomaten und Sportwetten im Internet.
Mehr als vier Millionen Deutsche hatten demnach schon einmal ernsthafte Probleme mit dem Glücksspiel. Besonders betroffen seien junge Männer, Menschen mit Migrationshintergrund und Arbeitslose, sagte Hans-Jürgen Rumpf von der Universität Lübeck.
Die Betroffenen suchen laut Studie nur selten Hilfe: Drei Viertel der Spielsüchtigen haben demnach noch nie mit einem Experten über ihre Sucht gesprochen. Spielautomaten in Casinos, Spielhallen und in der Gastronomie seien der Studie zufolge oft der Anfang für die Entwicklung einer Spielsucht.
Für die Studie, die Teil des Projekts „Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie“ (PAGE) der beiden Universitäten ist, hatten die Forscher etwa 15.600 Personen zwischen 14 und 64 Jahren befragt.
Sportwetten im Internet sind besonders gefährlich Vor Sportwetten im Internet warnte Glücksspiel-Experte Ingo Fiedler von der Universität Hamburg. Diese machten schnell süchtig, sagte er. Besonders gefährlich seien Internet-Livewetten, die während eines Sportereignisses stattfänden.
Hier komme es oft zu einem Kontrollverlust der Spieler: „Die wissen in dem Moment nicht mehr, was sie tun und bereuen es später.“ 2010 hätten die Deutschen etwa 265 Millionen Euro bei Sportwetten im Internet verloren. Es sei daher an der Zeit, das Verbot von Sportwetten im Internet endlich durchzusetzen.
Fachverband lehnt Spielerkarten ab Der Fachverband Glücksspielsucht sprach sich gegen die Einführung von sogenannten Spielerkarten für Spielhallen aus, auf denen Höchstverlustgrenzen gespeichert werden können. „Das ist ein völlig nutzloser Vorschlag“, sagte Vorstandsmitglied Ilona Füchtenschnieder. Zu groß sei die Gefahr, dass Karten unter der Hand verkauft werden könnten. Die Einführung einer solchen Karte würde zudem eine „katastrophale Botschaft“ senden.
Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) hatte sich für die Einführung von Spielerkarten ausgesprochen. Der Vorschlag war jedoch bei zahlreichen Suchtexperten auf Kritik gestoßen.
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aquanixe2004 am Donnerstag, 17. Februar 2011, 14:33
Der Staat verdient doch an dieser Sucht mit !
Es kommt mir sehr bekannt vor, wie mit der Spielsucht hier umgegangen wird. Mit Alkohol und Zigaretten sieht es doch auch nicht anders aus.
Im Vordergrund stehen doch die Einnahmen für den Staat zu Lasten des Gesundheitssystems, welches dadurch immer teurer wird (Alkoholiker sind heute die teuerste Patientengruppe in den Kliniken !!!).
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