Medizin

Stammzellen aus dem Knochenmark für Therapie nach Herzinfarkt am effektivsten

Montag, 21. Februar 2011

Rostock – Für eine Stammzelltherapie nach Herzinfarkt sind Stammzellen aus dem Knochenmark am wirksamsten, am wenigsten tragen Stammzellen aus Nabelschnurblut zu Heilungsprozessen bei. Das berichten Wissenschaftler des Referenz- und Translationszentrums für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC) im Journal PLoS one (10.1371/journal.pone.0015652)

Die Arbeitsgruppe untersuchte mesenchymale Stammzellen (MSC). „Diese Untergruppe adulter Stammzellen findet man beim Menschen im Knochenmark, im Fettgewebe, aber auch im Nabelschnurblut.“, erläuterte Ralf Gäbel, Erstautor der Publikation. MSC seien interessant für eine autologe therapeutische Anwendung, also für die Behandlung eines Patienten mit seinen eigenen Stammzellen.

Die Rostocker Forscher prüften das Regenerationspotential von humanen MSC nach Herzinfarkt am Mausmodell und verknüpften dabei zwei Fragestellungen miteinander: Einerseits untersuchten sie, ob sich MSC aus verschiedenen Geweben in ihrer regenerativen Wirkung unterscheiden, andererseits wurde nach Merkmalen gesucht, in denen sich die MSC aus den drei Quellen unterscheiden und geprüft, ob diese einen Einfluss auf ihre regenerative Wirksamkeit haben.

„Bereits 2006 zeigten Wissenschaftler aus Mannheim, dass MSC aus Nabelschnurblut weniger Endoglin produzieren, als Knochenmark- beziehungsweise Fettgewebs-MSC“ sagte Gäbel. Endoglin ist ein Schlüsselenzym in biochemischen Signalwegen, welche die Blutgefäßbildung induzieren und das Absterben des erkrankten Gewebes aufhalten.

Die Ergebnisse der vergleichenden Analyse im Tier belegten tatsächlich eine geringere therapeutische Wirkung von MSC aus Nabelschnurblut gegenüber den beiden anderen Stammzellquellen. Isoliert man nun aus Nabelschnurblut-MSC die Zellen mit einer hohen Endoglinexpression, dann verhalten sich diese in ihrem Regenerationspotential ähnlich den Knochenmark-MSC. © rme/aerzteblatt.de

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